JuZe-Trägerwechsel: Gemeinde als Übergangslösung?
Übernahme kommt ins Schlingern

Saerbeck -

Beim Trägerwechsel des Jugendzentrums JuZe gibt es eine überraschende Wendung. Bis auf weiteres will die Gemeinde ab dem Jahreswechsel selbst Träger der Einrichtung für die offene Kinder- und Jugendarbeit werden.

Samstag, 30.11.2019, 19:00 Uhr
Das Jugendzentrum JuZe an der Industriestraße.
Das Jugendzentrum JuZe an der Industriestraße. Foto: Alfred Riese

Das empfahl der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag dem Gemeinderat zum Beschluss. Bis dahin hatte das Rathaus mit dem Caritasverband Emsdetten-Greven, der auch in Saerbeck aktiv ist, verhandelt.

Die Kolpingsfamilie als bisheriger Träger will sich zum Jahresende vom JuZe trennen. Als Grund gab der Verband Mitte dieses Jahres an, dass diese Aufgabe ehrenamtlich nicht mehr zu leisten sei. Es begannen Gespräche mit dem ebenfalls katholisch-kirchlichen Wohlfahrtsverband Caritas , der Interesse an einer Übernahme bekundete. Im Juli stimmte der Gemeinderat dem einstimmig „grundsätzlich zu“. Bürgermeister Wilfried Roos sprach davon, dass der neue Träger das JuZe „eins zu eins“ inklusive Personal übernimmt und die Öffnungszeiten beibehält.

Nach den Aussagen von Schulamtsleiter Guido Attermeier im Ausschuss scheint dieses „eins zu eins“ nun zum Fallstrick geworden zu sein. Während die Gespräche sich hinzogen, wuchs der zeitliche Druck, sagte er. Zwischenzeitlich sei klar geworden, dass die bisherige Leiterin des JuZe und der Caritasverband „nicht zusammenarbeiten werden“, so Attermeier. Die Stellenausschreibung des Verbands zum 1. Januar bewertete er als „recht sportlich“ und erwartete Verzögerung. Das würde gegen den Wunsch nach Kontinuität und eine Trägerübergabe ohne Schließungszeit verstoßen. Die bisherige Leiterin wolle nur weitermachen, wenn nach dem 1. Januar die Gemeinde der Träger der Einrichtung sei, berichtete Attermeier.

Bürgermeister Wilfried Roos nannte die Kontinuität eine Voraussetzung des seinerzeitigen Ratsbeschlusses. Während die Gemeinde „bis auf Weiteres“ die Trägerschaft übernehme, könne der Caritasverband weiter die Übernahme vorbereiten und Personal suchen. Aus dem Ausschuss äußerten CDU-Mitglieder Unterstützung für dieses Vorgehen. „Die Kontinuität ohne Zeiten der Schließung ist wichtig, der Weg völlig richtig“, sagte Matthias Ahmann. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Willebrandt wollte wissen, „was würde dagegensprechen, dass die Gemeinde dauerhaft Träger des JuZe wird“. „Nichts, außer der dauerhaften Erweiterung des Stellenplans“, antwortete der Bürgermeister. Roos kündigte allerdings an, mit der Caritas weiter verhandeln zu wollen.

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