Weitere Gespräche zur JuZe-Trägerschaft folgen im neuen Jahr
Jugendzentrum „bis auf weiteres“ bei der Gemeinde

Saerbeck -

Vordergründig sieht der Beschluss ganz einfach aus: Statt des Caritasverbands Emsdetten-Greven ist bis auf weiteres die Gemeinde neuer Träger des Jugendzentrums JuZe. Der Rat hat dies in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen

Donnerstag, 12.12.2019, 19:00 Uhr
Eigentlich wollte der Caritasverband Emsdetten-Greven neuer Träger des JuZe werden. Nun übernimmt dies vorläufig die Gemeinde.
Eigentlich wollte der Caritasverband Emsdetten-Greven neuer Träger des JuZe werden. Nun übernimmt dies vorläufig die Gemeinde. Foto: red

Vordergründig sieht der Beschluss ganz einfach aus: Statt des Caritasverbands Emsdetten-Greven ist bis auf weiteres die Gemeinde neuer Träger des Jugendzentrums JuZe (diese Zeitung berichtete). Der Rat hat dies in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Doch im Hintergrund muss es wohl ordentlich gerappelt haben. Oder wie ist es zu erklären, dass die Gespräche zwischen Gemeinde und Caritasverband, die reine Formsache zu sein schienen, gescheitert sind?

Verwaltungsvorstand Guido Attermeier erläutert, dass es nicht zu einer Zusammenarbeit zwischen der derzeitigen Leiterin des JuZe und dem Caritasverband kommen werde. Durch die damit erforderlichen Stellenausschreibungen durch den Caritasverband sei eine zeitliche Vakanz zu erwarten. Eine Übernahme der JuZe-Trägerschaft zunächst durch die Gemeinde Saerbeck mache es möglich, die derzeitige Leiterin des JuZe zu halten.

Wie gewichtig ist der Einfluss von JuZe-Leiterin Gabriele Grothaus-Schreiber auf die Entscheidung? „Sie ist ein gewichtiger Grund in Hinblick auf die Kontinuität“, erklärt Guido Attermeier: „Gabriele Grothaus-Schreiber hat einen guten Ruf.“

Bernward Stelljes, Vorstand des Caritasverbands, zeigt sich auf Nachfrage dieser Zeitung am Telefon wortkarg. „Aus unserer Sicht ist gar nichts gescheitert“, erklärt er: „Dass die Gemeinde es selber machen will, haben wir zur Kenntnis zu nehmen.“ Zu den Hintergründen des Scheiterns und wie das mit der Personalie der Leiterin zusammenhängt, will er sich nicht weiter äußern. Auch JuZe-Leiterin Gabriele Grothaus-Schreiber kommentiert das Thema nicht.

Verwaltungsvorstand Guido Attermeier betont dagegen, dass es sich nicht um eine Entscheidung gegen den Caritasverband handele, sondern für die Kontinuität. Er stellt weitere Gespräche Anfang des kommenden Jahres in Aussicht, in denen in Ruhe ein sauberer Übergang geklärt werden soll. „Erster Ansprechpartner ist der Caritasverband.“

Dem will sich der Caritasverband nicht verschließen. Aber: „Die Gemeinde wird sich bewegen müssen“, so Bernward Stelljes. Der Caritasverband stehe zu seinem Angebot. Dies unterscheide sich zu dem bisherigen Konzept dadurch, dass „wir das JuZe an unser Jugend- und Hilfesystem im Caritasverband anbinden wollten“, sagt Stelljes. Fakt ist: Am 18. Dezember übernimmt die Gemeinde den JuZe-Schlüssel vom scheidenden Träger, der Kolpingsfamilie. Mit Wirkung zum 1. Januar tritt die Gemeinde dann als neuer Träger auf, verkündete Bürgermeister Wilfried Roos in der Ratssitzung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7128039?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F185%2F
Nachrichten-Ticker