Außerschulischer Lernstandort: Neue Leiterstelle und Räume
Noch mehr Unterricht

Saerbeck -

Knapp fünf Jahre nach seiner Gründung steht der außerschulische Lernstandort (ASL) im Bioenergiepark vor einer Professionalisierung und Erweiterung. So wird erstens die Stelle eines hauptamtlichen Leiters geschaffen. Zweitens ist geplant, ein weiteres Gebäude für Unterrichtszwecke auszubauen. „Wir müssen nach vorne schauen“, sagt Guido Wallraven, Projektleiter der Klimakommune. Möglich wird die Weiterentwicklung durch zusätzliche Fördermittel.

Mittwoch, 29.01.2020, 06:00 Uhr
Sechs Lehrer sind aktuell von der Bezirksregierung Münster für den Unterricht am außerschulischen Lernstandort abbestellt worden, darunter Maria Schröer (Johannes-Grundschule Emsdetten) und Christa Werning (Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck) (von links). Demnächst bekommt das Team einen hauptamtlichen Leiter.
Sechs Lehrer sind aktuell von der Bezirksregierung Münster für den Unterricht am außerschulischen Lernstandort abbestellt worden, darunter Maria Schröer (Johannes-Grundschule Emsdetten) und Christa Werning (Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck) (von links). Demnächst bekommt das Team einen hauptamtlichen Leiter. Foto: Katja Niemeyer

Wie der ehrenamtliche ASL-Leiter Alfons Günnigmann berichtet, ist das Auswahlverfahren für die neue Vollzeitstelle bereits abgeschlossen. Wer den Posten übernimmt, soll allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden. Der neue Mitarbeiter nimmt im Mai seine Arbeit auf. Unterstützt wird das Lernstandort-Team in Kürze zudem durch eine Verwaltungskraft in Teilzeit. Bislang wird der Lernstandort von einem Umweltpädagogen mit 25 Stunde pro Woche betreut.

Konkrete Formen angenommen haben mittlerweile auch die Erweiterungspläne. Demnach soll ein leerstehender Bereich des Gebäudes 08, in dem bereits die Inklusionswerkstatt des Kreises untergebracht ist, ausgebaut werden. Darin sollen Lehr- und Gruppenräume sowie Platz für neue Experimente entstehen, erläutert Wallraven .

Für die Finanzierung der Pläne hat der Saerbecker Verein Fördermittel beantragt, die zum Teil auch schon bewilligt wurden. Zusammen 340 000 Euro steuern die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (50 Prozent), die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW (40 Prozent) und der Förderverein selbst durch Eigenmittel bei, die rechnerisch einem Wert von 34 000 Euro entsprechen. Mit dem Geld werde unter anderem die neue Leiterstelle finanziert, so Wallraven. Projektlaufzeit: drei Jahre. Für den Ausbau des 08-Gebäudes sei ein gesonderter Förderantrag gestellt worden.

Die Stelle des Umweltpädagogen wird schon seit Längerem durch das Unesco-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) finanziert, das vor Ort von dem Regionalzentrum des Kreises Steinfurt gemanagt wird. Erstmals muss der Lernstandort jetzt für eine weitere Förderung zertifiziert werden. Das Verfahren läuft, im März liegt voraussichtlich das Ergebnis vor. Die BNE-Mittel belaufen sich auf jährlich 20 000 Euro.

Notwendig wurde die Vergrößerung des Lernstandortes aufgrund steigender Nachfragen. 2019 waren es 120 Schulklassen, die in den Räumen auf spielerische Art erfuhren, welche Rohstoffe erneuerbar und welche endlich sind, und warum es so wichtig ist, Müll richtig zu trennen. 2018 waren immerhin schon 80 Klassen gekommen, womit schon damals alle Erwartungen übertroffen wurden, wie Günnigmann bemerkt: „Bei der Gründung im Jahr 2015 hatte man gehofft, dass vielleicht 40 Klassen das Unterrichtsangebot wahrnehmen.“

Zurzeit sind es sechs Lehrer, die von der Bezirksregierung Münster für den Unterricht am ASL abbestellt wurden, der in der Regel mittwochs und donnerstags stattfindet. In Zukunft sollen Klassen aber auch montags und dienstags teilnehmen können.

Darüber hinaus steht eine Erweiterung der Unterrichtsinhalte an. So soll das Angebot um die Themen Berufsorientierung für Jugendliche sowie Weiterbildung und Fortbildung etwa für Referendare und Erzieher ergänzt werden.

Wissenschaftlich begleitet wird der Lernstandort von dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik der Universität Kiel. „Das Institut unterstützt uns darin, die Qualität und die Inhalte des Unterrichts weiter zu verbessern“, erläutert Wallraven. Der Saerbecker Lernstandort passt offenbar gut in die deutsche Forschungslandschaft. „Wir sind wohl so eine Art Feldversuch, können davon aber nur profitieren“, konstatiert der Projektleiter.

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