Klasse 10a sammelt für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
„Friedensgedanken aufrecht gehalten“

Saerbeck -

Der Wert der „kleinen Geste“ in Sachen Friedensarbeit ist größer als die Summe der Spenden in der Büchse. So ordneten der Bürgermeister und der kommissarische Schulleiter das Engagement der Klasse 10a bei der Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein. Was die Saerbecker Mitte Januar spendeten, lässt sich aber auch sehen.

Mittwoch, 12.02.2020, 07:00 Uhr
Dank und Anerkennung für die Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bekamen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a der MKG.
Dank und Anerkennung für die Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bekamen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a der MKG. Foto: Alfred Riese

Die reine Summe ist schon groß, aber den Beitrag der Schülerinnen und Schüler zur Friedensarbeit bewertete Bürgermeister Wilfried Roos noch höher. Bei der Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) Mitte Januar landeten 1346,59 Euro in den Sammelbüchsen der Klasse 10a. Bei der Spendenübergabe am Dienstag in der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) bescheinigte Roos den Schülern, dass mit solchen Aktionen „der Friedensgedanke aufrecht gehalten wird in einem Europa, dessen Länder bis 1945 Krieg gegeneinander geführt haben“.

Begleitet wurde die Aktion der 29 Schüler von ihren Lehrern Werner Engels und Leonie Holeck sowie Jens Effkemann, Regionalgeschäftsführer des VDK. Neben seinem Dankeschön wies Bürgermeister Roos auf die „wichtige Funktion“ der Sammlung hin, „auch wenn es nicht so erscheinen mag“. Es gehe darum, die Erinnerung an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft wachzuhalten. Er wünschte sich, dass die Jugendlichen weiter an der Friedensarbeit mitwirken.

„Wieder sehr großen Erfolg“ attestierte Maarten Willenbrink , kommissarischer Leiter der MKG, der Sammelaktion und der Klasse 10a. „Mit den Spendenbüchsen an den Haustüren fremder Menschen zu klingeln, ist eine große Aufgabe“, beschrieb er die Herausforderung. „In meiner und den vorhergehenden Generationen ist schon viel schief gegangen“, sagte Willenbrink und rief auf: „Frieden ist kein Geschenk und nicht selbstverständlich.“ Der Name der Schule verpflichte. Pater Maximilian Kolbe wurde unter dem Nazi-Regime 1941 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet, nachdem er im Widerstand gegen den Nationalsozialismus mitgewirkt und Juden und anderen Flüchtlingen Zuflucht gewährt hatte. Für die Friedensarbeit seien auch „kleine Gesten“ wie die Sammlung wichtig, so Willenbrink.

Ein Dank an Schüler, Schule und Gemeinde kam auch von Jens Effkemann, der den großen Stellenwert dieser Aktion in Saerbeck heraushob. Der VDK-Vertreter erklärte den Schülern, dass sie mit ihrer Sammlung den Besuch junger Menschen an Kriegsgräber- und Begegnungsstätten im Rahmen der Volksbund-Jugendarbeit unterstützen und lud dazu ein.

Zur Gedenkveranstaltung anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren lud Josef Berkemeier vom Heimatverein die Jugendlichen ein. Das faktische Kriegsende in Saerbeck sieht der Heimatverein am 1. April 1945, als Streitkräfte der Alliierten das Münsterland erreichten und befreiten. Berkemeier erinnerte vor den Schülern daran, dass noch in den letzten Kriegstagen „Jugendliche, fast in eurem Alter, als Flakhelfer in Saerbeck starben“. Die Gedenkveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Kolpingsfamilie, der Bürgerstiftung Altes Rathaus/ Mehrgenerationenhaus, der politischen und der Kirchengemeinde St. Georg kündigte er für den 1. April, 19.30 Uhr, in der Bürgerscheune an.

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