Corona I: Rathaus bildet Krisenstab
Öffentliches Leben auf Eis gelegt

Saerbeck -

Im Rathaus hat sich ein Krisenstab gebildet. Zu den Maßnahmen, die die Ausbreitung des Corona-Virus hemmen sollen, zählt das Sperren der kommunalen Sportanlagen. Der SC Falke sagt Trainings- und Spielbetrieb ab. Viele weitere Veranstaltungen werden von Vereinen, Einrichtungen und Gruppen ebenfalls gestrichen. Die St.-Georg-Gemeinde zieht mit den Gottesdiensten an diesem Wochenende in die Kapelle im Pfarrheim um.

Freitag, 13.03.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 18:00 Uhr
Auf seiner Homepage meldet der SC Falke seit Donnerstagabend, dass der Betrieb sowohl bei Meisterschaftspartien wie beim Training eingestellt ist.
Auf seiner Homepage meldet der SC Falke seit Donnerstagabend, dass der Betrieb sowohl bei Meisterschaftspartien wie beim Training eingestellt ist. Foto: www.falke-saerbeck.de

Die Vorsichtsmaßnahmen, mit denen die Verbreitung des Corona-Virus gehemmt werden sollen, legen weitere Teile des öffentlichen Lebens in Saerbeck still. Nach Bürgerhaus und Bürgerscheune hat die Gemeindeverwaltung am Donnerstagnachmittag sämtliche ihrer Sportanlagen, Hallen wie Plätzen, gesperrt. Damit folge man einer dringenden Empfehlung höherer Behörden, erklärte Bürgermeister Wilfried Roos am Abend in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Rathaus. Am Freitag trat der Krisenstab im Rathaus zusammen und bestätigte diese Maßnahme als Teil eines Bündels. Das berichtete Jürgen Hölscher , Amtsleiter Bürgerservice, als Sprecher des Stabs am späten Vormittag.

Die weiteren Maßnahmen und Empfehlungen:

Bürgerhaus und Bürgerscheune als Veranstaltungsorte der politischen Gemeinde bleiben vollständig geschlossen. Dort darf nichts mehr laufen. Einzige Ausnahme, „zum jetzigen Zeitpunkt“, wie Hölscher betont: „Die Abiturprüfungen werden wie zuvor in der Bürgerscheune stattfinden.“

Bürger sollen persönliche Besuche im Rathaus vermeiden und nötigenfalls auf Telefonkontakt oder E-Mail ausweichen. Diese Empfehlung sei eine erste Vorsichtsmaßnahme. „Zurzeit gibt es in Saerbeck noch keinen bestätigten Corona-Fall“, erklärt Hölscher dazu. „Aber sobald die erste Infektion bestätigt ist, müssen wir damit rechnen, dass das Rathaus für den Publikumsverkehr geschlossen wird“, sagte er. Das würde dazu dienen, die Verwaltung handlungsfähig zu halten.

Die Wochenend-Gottesdienste der St.-Georg-Pfarrgemeinde dürfen nicht mehr im Forum der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) stattfinden. Damit will die politische Gemeinde als Schulträger alles von der Schule fernhalten, was nicht direkt mit Unterricht zu tun hat. Diese Maßnahme wurde am Nachmittag von der Landesregierung überholt, die alle Schulen und Kitas in NRW ab Montag schloss.

Zum engeren Krisenstab im Rathaus gehören Bürgermeister Wilfried Roos und die drei Amtsleiter Andreas Bennemann, Guido Attermeier und Jürgen Hölscher sowie Ines Heilemann als Leiterin des Ordnungsamts. Bei Bedarf würden weitere Personen hinzugezogen, sagte Hölscher.

Am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss teilte Roos mit, dass sich die Gemeindeverwaltung technisch darauf vorbereitet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Home Office zu schicken. Die Weisungen von Krisenstäben auf höheren Ebenen würden konkreter, zum Beispiel mit der Absage von Veranstaltungen. Beim Kreis Steinfurt gebe es mittlerweile zweimal täglich Lageberichte zur aktuellen Situation. „Das ist die Situation und die Ernsthaftigkeit, damit müssen wir umgehen“, sagte Roos.

 

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