Wie kleine Läden den Neustart nach vierwöchiger Schließung erleben
„Alle sind wieder da“

Saerbeck -

Die Saerbecker Einzelhändler sind begeistert. Ihre Kunden haben ihnen während der letzten Wochen die Treue gehalten und kaum im Internet bestellt.

Montag, 27.04.2020, 07:24 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 16:38 Uhr
„Heller Wahnsinn“: Buchladenbetreiberin Esther Niehaus freute sich über die Rückkehr der Kunden.
„Heller Wahnsinn“: Buchladenbetreiberin Esther Niehaus freute sich über die Rückkehr der Kunden. Foto: Katja Niemeyer

Die leichte Lockerung der Corona-Regeln hat es möglich gemacht: Seit vergangenem Montag haben kleine Läden wieder geöffnet, auch in Saerbeck. Unsere Zeitung hat sie besucht, um zu erfahren, wie sie den Neustart erlebt haben, wie die Geschäfte laufen und wie sie für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sorgen.

Fazit: In der Krise haben die Kaufleute bewiesen, dass sie sich auf vielfältige Weise zu behelfen wissen. Die Kunden haben es ihnen gedankt. Und als sich die Türen am Montag wieder öffneten, war der Andrang groß.

Katja Krumbeck zeigt sich hoch erfreut von der Resonanz auf die Wiedereröffnung ihres „Lütken Ladens“ nach vier Wochen, in denen dieser wegen der harten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen das Virus geschlossen war. „Die Kunden haben gesagt, dass sie froh seien, dass wir wieder geöffnet haben. Das kam von Herzen“, erzählt die Ladeninhaberin.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Esther Niehaus , Inhaberin des Buchladens „Buch & mehr“ gemacht. „Das war der helle Wahnsinn“, berichtet sie noch immer sichtlich erfreut über die anfänglichen Schlangen vor ihrem Geschäft. „Alle sind wieder da!“ Und auch Uta Heß, Inhaberin des Schuhhauses Meyer, ist „gigantisch zufrieden“, wie sie sagt, und dankbar dafür, „dass die Kunden gewartet und nicht im Internet bestellt haben“.

Dabei war der Bedarf an Schuhen insbesondere für Kinder durchaus groß. So tauchten einige ihrer kleinen Kunden nach der Wiedereröffnung noch mit ihren Winterschuhen im Geschäft auf.

In ganz dringenden Fällen hatten Kunden Uta Heß per Whats­App Fotos geschickt, auf denen die Füße ihrer Kinder auf den Einlege-Sohlen alter Schuhe zu sehen waren. So konnte die Fachfrau die richtige Größe abschätzen. „Bei Halbschuhen funktioniert das noch ganz gut, nicht aber bei Sandalen“, stellt sie fest. Im Gegenzug erhielten ihre Kunden Fotos von Schuhen, von denen sie sich ein Paar aussuchen konnten, das dann vor ihre Haustür geliefert wurde.

Etwas leichter hatte es da Buchverkäuferin Esther Niehaus. Die Titel der gewünschten Werke konnten telefonisch durchgegeben werden. Die Lieferungen erledigten sie und ihre Mitarbeiter zum Teil auf dem Nachhauseweg. „Durch die Schließung haben wir Umsatzverluste, einen Teil davon konnten wir durch die Lieferungen aber wieder kompensieren“, berichtet Esther Niehaus.

Erfinderisch zeigte sich auch Katja Krumbeck, die die unfreiwillige Schließung unter anderem für kleine Renovierungsarbeiten nutzte. Am Mittwoch vor Ostern – auf den Tag war der Wochenmarkt wegen des Karfreitages vorverlegt worden – arrangierte sie einen kleinen Teil ihrer Ware vor der Ladentür. Daneben eine Spendenbox für das Emsdettener Hospiz Haus Hannah. Das kam gut an bei den Kunden, sagt sie.

Einig sind sich die Ladeninhaberinnen darin, dass ihre Kunden sich sehr gut an die Verhaltens- und Hygieneregeln halten. „Alle sind diszipliniert“, bestätigt Katja Krumbeck, die jeden Abend nach Ladenschluss das EC-Gerät sowie Türgriffe desinfiziert.

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