Glasfaserausbau: Nachfragebündelung für Dorf und Gewerbegebiete gestartet/Für Außenbereiche steht Zeitplan
Surfen Landwirte bald schneller?

Saerbeck -

Die Deutsche Telekom hatte abgewinkt, nun ist die Deutsche Glasfaser am Start: Bis zum 10. August haben Saerbecker Gelegenheit, einen Vertrag mit der Firma abzuschließen, die ihnen eine rasant schnelle Internetverbindung verspricht. Für die sogenannte Nachfragebündelung sind alle Haushalte im Dorf sowie Unternehmen angesprochen. Für den Glasfaserausbau in den Bauerschaften fließen Fördermittel.

Freitag, 15.05.2020, 06:25 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 14:38 Uhr
Ein Plakat der Deutschen Glasfaser im Ortskern: Bis zum 10. August haben Bürger Gelegenheit, einen Vertrag mit der Firma abzuschließen, um künftig Zugang zu Gigabit-Anschlüssen zu bekommen.
Ein Plakat der Deutschen Glasfaser im Ortskern: Bis zum 10. August haben Bürger Gelegenheit, einen Vertrag mit der Firma abzuschließen, um künftig Zugang zu Gigabit-Anschlüssen zu bekommen. Foto: Katja Niemeyer

Die ersten Werbeplakate hängen bereits im Dorf. Sie sollen neugierig machen auf eine Breitband-Technologie, die eine rasant schnelle Internetverbindung mittels Glasfaser möglich macht. Damit die entsprechenden Kabel in Saerbeck verlegt werden können, hatte die Gemeinde im Februar einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen.

Der Glasfaserspezialist hat in den vergangenen Jahren von den insgesamt 24 Kommunen des Kreises Steinfurt 14 Gemeinden ausgebaut. Saerbeck könnte die 15. werden. Bislang ist das aber noch Theorie. Denn bevor der Investor mit seinen Bautrupps anrückt, muss er genügend Kunden gewonnen haben.

Genaugenommen müssen sich mindestens 40 Prozent der 2319 Haushalte und 119 Unternehmen im Dorfbereich und in den Gewerbegebieten dazu entschließen, einen Vertrag mit ihm abzuschließen. Diese sogenannte Nachfragebündelung, während derer die Deutsche Glasfaser alle interessierten Haushalte sammelt, endet am 10. August. Über die Modalitäten informiert Bürgermeister Wilfried Roos in einem Brief, der in diesen Tagen an alle Bürger verschickt wurde.

Die insgesamt 262 Haushalte in den Bauerschaften Westladbergen, Sinningen und Middendorf werden derweil nicht einbezogen in die Nachfragebündelung. Für den Ausbau in den Außenbereichen hatte die Gemeinde bereits vor drei Jahren einen Förderantrag gestellt. Die öffentlichen Mittel wurden mittlerweile bewilligt. Anders als im Innenbereich besteht die Deutsche Glasfaser bei den Abschlüssen hier nicht auf eine Mindestquote. Die Vermarktungsphase soll zwei Monate vor dem Baustart beginnen.

Der Ausbau in den Bauerschaften hat ein Investitionsvolumen von 2,5 Millionen Euro, 90 Prozent fließen aus den Kassen des Bundes und des Landes NRW, den Rest in Höhe von 250 000 Euro steuert die Gemeinde bei. Nico Menebröcker vom Bauamt der Gemeinde geht davon aus, dass hier spätestens im zweiten Quartal kommenden Jahres mit den Verlegearbeiten begonnen wird.

Für das Dorf und die Gewerbegebiete liegt indes noch kein Zeitplan vor. Sollten sich bis zum Fristende ausreichend neue Kunden bei der Deutschen Glasfaser registriert haben, steige die Firma in eine „kurze Planungsphase“ ein, berichtet Christian Morag, Projektleiter Vertrieb des Unternehmens, das seinen Sitz in Borken hat. Wann die Bauarbeiten beginnen, konnte er nicht sagen, „hoffentlich aber innerhalb eines Jahres“. Gut möglich also, dass Saerbecker Landwirte bereits superschnell im Internet surfen, während man in den Wohnsiedlungen noch auf einen Zugang zu den Gigabit-Anschlüssen wartet.

Bevor die Gemeinde in Verhandlungen mit der Deutschen Glasfaser für einen Ausbau im Innenbereich eintrat, hatte sie versucht, die Deutsche Telekom dafür zu gewinnen, sie mit der Infrastruktur auszustatten, bei der Glasfaserkabel bis in jeden Keller verlegt werden – allerdings „ohne Erfolg“, wie Bürgermeister Roos auf Nachfrage erklärt.

Vor rund zwei Jahren hatte die Telekom in Saerbeck die vorhandenen alten Kupferkabel aufgerüstet. Diese sogenannte Vectoring-Technologie beschleunige Internet-Zugänge auf bis zu 100 MBit pro Sekunde, so Roos. Zum Vergleich: Mit Glasfasernetzen können Nutzer in einer zehn Mal so großen Geschwindigkeit im Internet surfen.

Für den Ausbau arbeitet die Deutsche Glasfaser mit Subunternehmen zusammen. In anderen Gemeinden hatte es an deren Arbeit in der Vergangenheit mitunter Kritik gehagelt. Vor diesem Hintergrund betont Menebröcker, dass die Verwaltung sehr darauf achten werde, dass die Oberflächen von Straßen und Bürgersteigen nach der Verlegung wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. „Bauüberwachung“, stellt er fest, „wird ein großes Thema sein“.

 

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