Caritas fährt nach Corona-Einschränkungen Hilfen für Kinder, Jugendliche und Eltern wieder hoch
Beratung wieder von Mensch zu Mensch möglich

Saerbeck/Greven/Emsdetten -

Der Caritasverband fährt nach den Corona-Einschränkungen die Hilfen für Kinder, Jugendliche und Eltern wieder hoch - behutsam und unter Einhaltung bestimmter Regeln.

Mittwoch, 27.05.2020, 07:20 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 07:26 Uhr
Caritas fährt nach Corona-Einschränkungen Hilfen für Kinder, Jugendliche und Eltern wieder hoch: Beratung wieder von Mensch zu Mensch möglich
Foto: Caritas

Man kann sich endlich wieder näher kommen bei den Hilfen für Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbands. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen waren persönliche Kontakte in diesem Bereich der Beratung und Begleitung wochenlang kaum möglich. „Mit dem Aufschlag aus der Politik, die Kontaktbeschränkungen zu lockern, standen wir in den Startlöchern“, erklärte jetzt Fachbereichsleiter Detlef Eden .  

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten in der Zeit der strikten Kontaktbeschränkungen viel unternommen, um trotz Verunsicherungen auf beiden Seiten die Beziehungen zu den Klienten nicht abbrechen zu lassen. Nun seien wieder persönliche Kontakte möglich, allerdings zum beiderseitigen Schutz noch unter den gebotenen Hygiene- und Abstandsvorkehrungen. Die verschiedenen Beratungs- und Unterstützungsangebote mit ihren unterschiedlichen Zielgruppen stehen dabei vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen.

Bei den Klienten sei die Bereitschaft hoch, endlich wieder in direkten Kontakt von Mensch zu Mensch zu kommen, hat Ingo Brokhues für die Erziehungs- und Familienberatung und die schulpsychologische Beratung festgestellt. Für einige Klienten war seit Mitte März eine Telefon-Sprechstunde schwer vorstellbar. Aber nicht nur diese hätten sich gefreut, als er per Telefon die Wiederaufnahme der persönlichen Beratung ankündigte, berichtete Ingo Brokhues. Bei den Beratungsgespräche in den Caritas-Häusern in Emsdetten und Greven müsse man sich aber noch an die schützende Plexiglas-Scheibe und den Abstand gewöhnen.

In Schulen und Kitas gelten teilweise noch strengere Regeln. Dort setze man auf fest vereinbarte Sprechzeiten statt offener Sprechstunden für Familien und das pädagogische Personal. „Die Corona-Krise kann in jeder Familie das Leben schwieriger machen“, vermutet Eden. Die Ausnahmesituation, in der alle stecken, könne Probleme aufdecken, die vorher gar nicht wahrgenommen wurden. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Familien wieder in unmittelbaren Kontakt kommen können“, begrüßt Detlef Eden die wiedergewonnenen Möglichkeiten.

Besonders sensibel mussten und müssen Hebamme und Kinderkrankenschwester bei den Frühen Hilfen arbeiten. Sie kümmern sich um Neugeborene und Kleinkinder bis ein Jahr und deren Eltern. Ganz ohne direkten Kontakt zu den Kleinen bei den Eltern zuhause geht das gar nicht. Aber es geht in der Corona-Krise auch nicht ohne Abstand, wo er möglich ist, und besonders gründliche Hygiene, die zusammen mit den Familien praktiziert wird, berichtete Detlef Eden. Für Gespräche gebe es nun in Beratungsstellen in Greven und Emsdetten große Räume mit Plexiglasscheibe auf dem Tisch.

Bei den flexiblen erzieherischen Hilfen „hat uns das gute Wetter in die Karten gespielt“, sieht Detlef das Positive in den vergangenen Wochen. Die praktische sozialpädagogische Familienunterstützung konnte teilweise draußen, beim Spaziergang, weiterlaufen, wo es drinnen, in teils kleineren Wohnungen, nicht ging. „So haben wir weit mehr als die Hälfte der Kontakte in der Corona-Krise halten können“, freut sich Detlef Eden. Diese durchgehenden Kontakte sind auch im Austausch mit dem Jugendamt wichtig. Mit den Lockerungen gibt es jetzt wieder zum Beispiel die Möglichkeit, mit beiden Elternteilen gleichzeitig zu sprechen.

Wieder besser möglich ist auch die Arbeit der Schulassistenten, die nach dem Kontakthalten zu den Familien nun allmählich wieder mit ihren Klienten in die Schulen zurückkehren.

„In den vergangenen Wochen waren wir sozusagen Corona-Krisenmanager“, fasst Detlef Eden die Folgen des plötzlichen Lockdowns zusammen. Er hofft, dass die Lockerungen Bestand haben. Sein Teil dazu trage der Caritasverband bei, indem er „alles dafür tut, dass es bei uns nicht zu Infektionen kommt“, nicht bei Klienten und auch nicht bei Mitarbeitern, versichert Ingo Brokhues. Beratung und Corona-Maßnahmen zusammenzubekommen, das sei eine „komplexe, sensible Aufgabe“.

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