Warum ein gebürtiger Saerbecker jetzt Kultur- und Weinbotschafter der Pfalz ist
„Mit den Augen eines Zugereisten“

Saerbeck -

Seit 30 Jahren lebt der gebürtige Saerbecker Joachim Gorke-Neinert in der Pfalz. Nun ist er sogar Kultur- und Weinbotschafter der Region.

Dienstag, 07.07.2020, 17:36 Uhr
Gratulierte den gebürtigen Saerbecker Joachim Gorke-Neinert zur bestandenen Ausbildung als Kultur- und Weinbotschafter der Pfalz: die Weinkönigin Anna-Maria Löffler.
Gratulierte den gebürtigen Saerbecker Joachim Gorke-Neinert zur bestandenen Ausbildung als Kultur- und Weinbotschafter der Pfalz: die Weinkönigin Anna-Maria Löffler.

Ein Saerbecker, der Besucher zu den Weinbau-Schätzen der Pfalz führt. Der die schönsten Aussichtsplätze im Süden der rheinland-pfälzischen Urlaubsregion kennt. Und der weiß, wo bekannte Pfälzer Künstler wie Max Slevogt gewirkt haben. Joachim Gorke-Neinert ist dieser Saerbecker. Seit 30 Jahren lebt er in Edesheim, einem kleinen Ort in der Nähe von Speyer. Er ist lange heimisch geworden in der Region, in die es ihn einst des Berufes wegen zog. Nun hat er aber sogar von amtlicher Seite bescheinigt bekommen, dass er ein wahrer Pfälzer ist: Im Beisein von Weinkönigin Anna-Maria Löffler wurde er zum Kultur- und Weinbotschafter der Pfalz ernannt.

Zu dem offiziellen Akt in einem Weingut in Neustadt reiste eigens der rheinland-pfälzische Staatssekretär Andy Becht an und überreichte die Urkunde.

Mit dem Zertifikat darf Joachim Gorke-Neinert nun nicht nur Gäste zu Burgen und Schlösser führen und über die reiche Geschichte der Region referieren. Der 61-Jährige ist auch als Werbebotschafter unterwegs. Was ihm nicht schwer fallen dürfte, wirbt er doch schon für die Pfalz, seitdem sie zu seiner Heimat wurde. Etwa bei den Weinproben und Kochevents, zu denen er im Lauf der Jahrzehnte unter anderem auch an unterschiedlichen Orten in Saerbeck eingeladen hat. Bei diesen Gelegenheiten wird er nicht müde, von der Pfälzer Mandelblüte zu schwärmen – „da müssen Sie nicht nach Mallorca fliegen“. Die Feigen, Granatäpfel und Kiwis zu erwähnen, die in der Region wachsen – „jedes Jahr ein großes Phänomen“. Und natürlich wird er auch nicht müde, einen Riesling oder einen der anderen Pfälzer Tropfen auszuschenken.

Wer Joachim Gorke-Neinert fragt, ob er sich vorstellen könne, nach seiner Pensionierung nach Saerbeck zurückzukehren, erhält ein eindeutiges „Nein“ zur Antwort. Das Münsterland mit seinen Parklandschaften, Bauernhöfen und Pferdekoppeln sei auch wunderschön, aber eben auch auf eine sehr andere Weise. Und, so findet er, „so leicht darf man sich das nicht vorstellen, nach all den Jahrzehnten wieder in die alte Heimat zurückzukehren“.

So ganz kann er seine münsterländischen Wurzeln dann aber doch nicht verbergen. Selbst nicht während der Prüfung zum Kultur- und Weinbotschafter. „Auch auf die Gefahr eines Punktabzugs hin habe ich ein bisschen Werbung für das Münsterland gemacht“, erzählt Joachim Gorke-Neinert am Telefon. Das Thema, das er sich für sein Prüfungsevent ausgedacht hatte, lautete „Die Pfalz – Mit den Augen eines Zugereisten“. Der Lehrer entwarf ein Programm mit sieben Stationen, entlang derer er potenzielle Besucher führen würde.

Für die Prüfung hatte er 13 Monate lang gebüffelt. Auf dem Stundenplan standen Pfälzer Geschichte, Kultur und Weinexpertise und sogar ein bisschen Chemieunterricht und Weinbautechnik. Insgesamt 250 Stunden umfasst der Kurs, den das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Neustadt regelmäßig anbietet.

Die Ausbildung zum Kultur- und Weinbotschafter absolvierte Joachim Gorke-Neinert nicht nur aus Liebe zu seiner Heimat. Als leidenschaftlicher Koch und Weinkenner betrachtet er den Unterricht, wie er sagt, auch als Weiterqualifizierung. „Ich bin jetzt zum Beispiel in der Lage, Fragen zu beantworten, wie Äpfel und Pfirsiche in den Riesling kommen und ob auf Korallenbänken Burgunder wachsen kann“, stellt der gebürtige Saerbecker fest.

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