Neubaugebiet auf Ottmann-Gelände: Alternativ-Standort für Reitverein erweist sich als ungeeignet
Südhoek ist vom Tisch

Saerbeck -

So war das nicht geplant: Als Ersatz-Standort für den Reitverein St. Georg hatte die Gemeindeverwaltung eine Fläche im Südhoek präsentiert. In der Ratssitzung am Donnerstag sollte eigentlich die Bauleitplanung auf den Weg gebracht werden. Dem Vernehmen nach hat sich das Grundstück jetzt aber als ungeeignet erwiesen. Ein neuer Platz für die Reiter wird benötigt, weil an ihrem jetzigen Standort ein Neubaugebiet entstehen soll.

Mittwoch, 29.07.2020, 06:19 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 09:35 Uhr
Weil auf den Flächen des Ottmann-Hofes Wohnhäuser entstehen sollen, sucht die Verwaltung einen neuen Standort für den Reitverein St. Georg.
Weil auf den Flächen des Ottmann-Hofes Wohnhäuser entstehen sollen, sucht die Verwaltung einen neuen Standort für den Reitverein St. Georg. Foto: Katja Niemeyer

In den Planungen für das neue Baugebiet „Alter Reiterhof“ scheint der Wurm drin zu sein. So ist eine Fläche, die die Verwaltung als Alternativ-Standort für den dort beheimateten Reitverein St. Georg präsentiert hat, dem Vernehmen nach nicht geeignet für die geplante Anlage. Der Verein ist seit Langem auf dem Ottmann-Gelände zu Hause, auf dem nun Wohnhäuser entstehen sollen.

Damit der Bebauungsplan für den „Alten Reiterhof“ aufgestellt werden kann, soll zunächst die Zukunft des Reitvereins gesichert sein. So steht es in der Vorlage der Verwaltung für die Ratssitzung am kommenden Donnerstag (30. Juli, 18 Uhr), in der es eigentlich darum gehen sollte, die Bauleitplanung für eine Reitsportanlage im Südhoek auf den Weg zu bringen: „Schon zum Zeitpunkt der Gespräche mit der Bezirksregierung Münster (...) hat Einigkeit unter den Beteiligten bestanden, dass eine Entwicklung von Wohnbauflächen in nordöstlicher Richtung im Anschluss an den bestehenden Siedlungsbereich nur möglich sein kann, wenn dem Reitverein St. Georg an anderer Stelle ein geeigneter Standort gesichert werden kann.“

Schon in der Ratssitzung Ende Juni hatte es keine Mehrheit für den Vorschlag der Verwaltung gegeben, den Bebauungsplan „Alter Reiterhof“ aufzustellen. CDU und UWG hatten das Fehlen eines alternativen Standortes für den Verein moniert und ihre Zustimmung zunächst verweigert. Wie berichtet, hatte Bürgermeister Wilfried Roos in der Sitzung drei mögliche Ausweichflächen im Außenbereich der Gemeinde für die Reiter präsentiert, darunter das Grundstück im Südhoek.

In der Vorlage für die kommende Ratssitzung wurde dieses noch als geeignet bezeichnet. Hervorgehoben wurde darin unter anderem die Verkehrsanbindung über die Straße Südhoek. Somit biete die Fläche „die besten Voraussetzungen“ für die geplante Reitsportanlage.

In der Vorlage wird ferner auf Gespräche mit Regionalplanern der Bezirksregierung verwiesen, die „nun endlich“ zu einem „durchschlagenden Erfolg“ geführt hätten. So hatte die Verwaltung nach eigenen Angaben am 13. Juli ein Schreiben erhalten, in dem signalisiert worden sei, dass der Standort im Südhoek in Betracht gezogen werden könne. Dies sei auch mit der zuständigen Naturschutzbehörde abgestimmt worden.

Nun also wieder alles auf Anfang? Auf der Liste mit möglichen Standorten für die Saerbecker Reiterfreunde stehen noch zwei weitere Flächen. Hinter den Kulissen dürfte also erneut an einer Lösung gestrickt werden.

Auf der Tagesordnung der kommenden Ratssitzung steht nicht nur die nun hinfällig gewordene Bauleitplanung für die Reitsportanlage, sondern ein weiteres Mal die Aufstellung des Bebauungsplanes „Alter Reiterhof“. Bleibt abzuwarten, ob sich hierfür diesmal eine Mehrheit findet. Roos hatte zuletzt, wie berichtet, vehement dafür plädiert, das Verfahren rasch in Gang zu bringen, weil die Zeit nach seiner Überzeugung drängt. Dies begründete er unter anderem damit, dass möglichst bald Mittel aus dem Sportförderprogramm 2022 beantragt werden müssten, von dem auch der Reitverein profitieren würde.

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