Pfarrer Ramesh Chopparpu über die Situation in Indien
Angst vor dem Verhungern ist groß

Saerbeck/Siddayapalem -

Auch im Siddayapalem – der Heimat von Pfarrer Ramesh Chopparpu – bangen viele Menschen angesichts der Corona-Pandemie um ihre Zukunft.

Donnerstag, 24.09.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 16:26 Uhr
Säckeweise Reis und andere Nahrungsmittel verteilt der indische Pfarrer an bedürftige indische Familien. Finanziert wird die Lebensmittelverteilung durch Saerbecker Spendengelder.
Säckeweise Reis und andere Nahrungsmittel verteilt der indische Pfarrer an bedürftige indische Familien. Finanziert wird die Lebensmittelverteilung durch Saerbecker Spendengelder. Foto: Privat

Mehr als 5,4 Millionen Fälle mit Corona-Infektionen wurden bisher in Indien bestätigt. Damit steht das Land weltweit an zweiter Stelle. Trotzdem lockerte die Regierung zuletzt die Corona-Maßnahmen, um die Wirtschaft zumindest ein wenig zu stabilisieren. Die indische Wirtschaft ist wegen des strikten Lockdowns stark eingebrochen, Millionen Menschen verloren ihre Jobs, einige hatten Angst, zu verhungern. Auch im Siddayapalem – der Heimat von Pfarrer Ramesh Chopparpu – bangen viele Menschen.

Das Dorf im Südosten Indiens hat und hatte ebenfalls einige Infizierte (genaue Zahlen sind nicht bekannt). „Die Menschen haben Angst“, berichtet Ramesh. Zu Beginn der Pandemie sperrten die Inder Straßen, um Fahrten in oder durch das Dorf zu vermeiden. „Sie wollten kein Risiko eingehen“, erzählt er weiter.

Mittlerweile allerdings übertrifft die Angst vor dem Verhungern die vor einer Ansteckung. Unzählige Menschen haben ihren Job verloren und auch die Einnahmen der Tagelöhner brachen größtenteils weg. Viele können ihre Familie kaum noch ernähren. So initiierte Pfarrer Ramesh mit der Unterstützung von einigen Priestern und Ordensschwestern vor Ort eine Lebensmittelverteilung.

Kiloweise Reis und andere Nahrungsmittel werden hier verteilt. Mithilfe von Spendengeldern aus Saerbeck kauft der Pfarrer notwendige Lebensmittel ein und verteilt diese mit den Ordensschwestern an insgesamt etwa 300 Familien. „Das Projekt läuft noch und die Freude darüber ist wirklich groß“, sagt Ramesh, während er Bilder vom Andrang bei der Lebensmittelverteilung zeigt.

Selbstverständlich müssen die Inder auch dort ihre Mund-Nasen-Schutzmaske tragen und auch auf Abstand achten. Allerdings sei das nicht so einfach: „Das Tragen der Maske in Indien ist sehr schwierig. Im Moment ist fast Winter, aber es sind immer noch 33 Grad. Man schwitzt sehr mit der Maske.“ Auch Desinfektionsmittel sei in den ärmeren Regionen des Landes besonders knapp.

Neben der Lebensmittelverteilung konnten in diesem Sommer einzelne Augen-Operation stattfinden. Außerdem laufen das im vergangenen Jahr gestartete Projekt der Suppenküche, die Schulbildung und die Hilfe für taubstumme Kinder weiter.

Aufgrund der Corona-Pandemie blieb Ramesh der Heimaturlaub in diesem Jahr verwehrt. Er plant, möglicherweise zu Beginn des nächsten Jahres dorthin zu fliegen. Insgesamt habe die Corona-Pandemie die Situation vor Ort noch verstärkt: Große Hungersnöte und Geldmangel für Arztbesuche und Medikamente sorgen die Inder nun ebenfalls.

„Ich danke allen Saerbeckern, die meine Projekte ermöglichen“, freut sich Ramesh. In den Gottesdiensten am Wochenende wird wieder für seine Hilfsprojekte gesammelt. Spenden können außerdem im Pfarrbüro abgegeben oder überwiesen werden auf das Konto der Kirchengemeinde Saerbeck, IBAN: DE78 4036 1627 0110 5023 11.

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