Ausstellung des Künstlers Jörg Madlener und Veranstaltungsreihe im Bioenergiepark
Schockierend und verstörend schön

Saerbeck -

Zur Eröffnung seiner Kassandra-Ausstellung kommt Jörg Madlener coronabedingt nicht. Der Künstler weilt in seiner Heimat im Norden des US-Bundesstaates New York. Zu Gesicht bekommen die Besucher den 81-Jährigen aber dennoch. Er wird via Skype zugeschaltet. Madlener stellt seine Werke zum zweiten Mal im Bioenergiepark aus.

Mittwoch, 07.10.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 10:38 Uhr
Schaltet sich bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Bioenergiepark per Skype zu: der Künstler Jörg Madlener.
Schaltet sich bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Bioenergiepark per Skype zu: der Künstler Jörg Madlener.

Dies vorweg: Jörg Madlener wird nicht zugegen sein bei der Eröffnung seiner Ausstellung am kommenden Samstag im Bioenergiepark. Der 81-Jährige weilt in seiner Heimat im Norden des US-Bundesstaates New York – coronabedingt, wie Kuratorin Simone Lamski im Telefongespräch erläutert.

Digitale Technik macht es möglich, dass Madlener dennoch zumindest virtuell anwesend ist. Via Skype will sich der Künstler in die Vernissage schalten, die an dem Tag um 15 Uhr beginnt und zu der – analog – unter anderem der künftige Saerbecker Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg sowie der neue Landrat des Kreises, Dr. Martin Sommer , erwartet werden.

Es ist das zweite Mal, dass Madlener einen Ausschnitt seiner Werke im Bioenergiepark ausstellt. Bereits im vergangenen Jahr eröffnete er im Bunker 02 eine Ausstellung. Damals wie heute trägt sie den Titel „Kassandra“, gezeigt werden allerdings neue, andere Bilder, betont Lamski.

Die Figur Kassandra stammt aus einer Erzählung der ostdeutschen, inzwischen verstorbenen Schriftstellerin Christa Wolf, in der aus der Perspektive einer antiken Seherin namens Kassandra von den Geschehnissen des Trojanischen Krieges vor 3000 Jahren berichtet wird. Kassandra, Tochter des letzten Herrschers von Troja, sieht diesen Krieg voraus, doch sie kann ihn nicht verhindern und geht schließlich daran zugrunde.

Die Motive der jüngsten Madlener-Werke seien bestimmt von der Auseinandersetzung mit den Themen Krieg und Konflikt, erläutert Kuratorin Lamski. Vorherrschend seien die Traumata des Irak-Krieges und die Tragik der anhaltenden Kämpfe in Syrien, denen der Künstler „schockierend-ästhetische, verstörend-schöne Werkserien gewidmet hat“. Ein Aufschrei durchziehe die Bilder, wirbele die Farben auf und stifte ein „dionysisches“ Chaos wie am Ursprung der Schöpfung.

Die Ausstellung wird ergänzt durch zwei Konzerte, eine Lesung und eine Führung und endet mit einer Finissage, bei der Günter W. Denz, hiesiger Regionalleiter des Vereins „Deutsche Sprache“, einen Vortrag mit der Überschrift „Maler, Philosoph, Weltenwanderer“ hält. Auch bei diesen Veranstaltungen, verspricht Lamski, werde der Künstler via Skype präsent sein.

Warum der Künstler und Kosmopolit Madlener ausgerechnet in Saerbeck ausstellt? Aufmerksam geworden sei er über einen Bericht in der New York Times, in dem es um die Umwidmung des ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr auf Saerbecker Gebiet in den Bioenergiepark ging – für Madlener „eine Verkörperung des Idealen“, bemerkt Lamski.

 

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