Saerbecker Hotelbetriebe verzeichnen im Corona-Jahr einen deutlichen Rückgang an Übernachtungen
Stegemann: „Geschäftsleute sind im Home-Office“

Saerbeck -

Der Hotelier geht von einem Rückgang um bis zu 70 Prozent aus.

Freitag, 20.11.2020, 11:00 Uhr
Urlaubsgäste blieben komplett weg: Dem Hotel Stegemann machen die coronabedingten Lockdowns zu schaffen.
Urlaubsgäste blieben komplett weg: Dem Hotel Stegemann machen die coronabedingten Lockdowns zu schaffen. Foto: Günter Benning

Udo Stegemann , Betreiber des gleichnamigen Saerbecker Hotels, hält mit seinem Frust nicht hinterm Berg. Die mittlerweile zweite coronabedingte Schließung seines Hauses macht ihm finanziell arg zu schaffen. Die Betten bleiben unbenutzt und die Stühle im Restaurant leer. Seine Mitarbeiter sind wieder in Kurzarbeit. Und die Unterstützung vom Staat lasse auf sich warten, erklärt Stegemann.So wie ihm geht es wohl fast allen Hoteliers. Laut einer Statistik von Information und Technik Nordrhein-Westfalen, dem Statistischen Landesamt, waren die Betten der Saerbecker Übernachtungsbetriebe in den Monaten bis einschließlich September nur zu etwas mehr als 20 Prozent ausgelastet. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren sie zu rund 43 Prozent belegt. Für die Statistik werden die Daten von insgesamt fünf Betrieben in der Klimakommune ausgewertet, die jeweils mehr als zehn Betten haben.

Auch bei Stegemann haben im vergangenen Dreivierteljahr so wenige Menschen eingecheckt wie noch nie. Der Hotelier geht von einem Rückgang um bis zu 70 Prozent aus. Die Urlaubsgäste blieben komplett weg. Aber auch Geschäftsleute und Monteure, die zu den Stammgästen des 85-Betten-Hauses gehören, buchten sehr viel seltener ein Zimmer. „Die Geschäftsleute sind im Home-Office. Und die Monteure werden von ihren Firmen auch nur dann geschickt, wenn es unbedingt nötig ist“, erläutert Stegemann.

Nach den Berechnungen des Statistischen Landesamtes empfingen die Saerbecker Beherbergungsbetriebe in diesem Jahr bislang 661 Gäste – rund 49 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den ausländischen Gästen fiel der Rückgang mit fast 70 Prozent noch stärker aus. 2019 nahmen sich 1287 Menschen ein Zimmer in Saerbeck, 81 von ihnen waren aus dem Ausland angereist. Im Durchschnitt blieben sie zwei Tage. Im Corona-Jahr reduzierte sich der durchschnittliche Aufenthalt auf 1,6 Tage.

1332 Gästeübernachtungen zählten die Statistiker in diesem Jahr in Saerbeck und damit rund halb so viele wie im vergangenen Jahr. Die ausländischen Gäste übernachteten zusammengenommen 40-mal in der Klimakommune, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um rund 75 Prozent entspricht. Saerbeck liegt damit unterm Landesdurchschnitt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ging die Zahl der Übernachtungen in NRW um 31,5 Prozent zurück. Die Gesamtzahl der Gästeankünfte war um fast 40 Prozent niedriger als im Vorjahr.

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