Rat diskutiert Zukunft der Eiche an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp
Nicht einfach fällen

Saerbeck -

Erhalten oder Fällen? Die Eiche an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp hat in der jüngsten Ratssitzung für Diskussionsstoff gesorgt. Die Grünen wollen, dass sie stehen bleibt. Das Problem: An der Stelle hat sich das Pflaster wegen des Wurzelwerks der Eiche hochgedrückt. Wenn es nach dem Willen der Grünen-Ratsfraktion geht, soll der Fuß- und Radweg deshalb verschwenkt werden. Das würde aber viel Geld kosten.

Mittwoch, 06.01.2021, 05:38 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 05:40 Uhr
Rund 10 000 Euro würde es nach einer ersten Schätzung kosten, den Fuß- und Radweg an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp zu verschwenken. An der Stelle hat das Wurzelwerk einer Eiche (kleines Foto) das Pflaster angehoben, so dass ein Passieren schwierig geworden ist.
Rund 10 000 Euro würde es nach einer ersten Schätzung kosten, den Fuß- und Radweg an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp zu verschwenken. An der Stelle hat das Wurzelwerk einer Eiche (kleines Foto) das Pflaster angehoben, so dass ein Passieren schwierig geworden ist. Foto: Katja Niemeyer

Einen Rad- und Gehweg für möglicherweise viel Geld verschwenken oder einen gesunden Baum fällen? In der jüngsten Ratssitzung stand die Zukunft der Eiche an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp zur Debatte, die mit zunehmender Größe zu einem Verkehrshindernis für Radfahrer und Fußgänger geworden ist.

Das Wurzelwerk des Baumes hat die Pflasterfläche angehoben, so dass insbesondere gehandicapte Menschen Probleme haben, die Stelle zu passieren. Bei der Verwaltung waren deshalb in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden eingegangen. Sie hatte eine Fällung der Eiche angeregt, was die Saerbecker Grünen auf den Plan rief.

Sie sehen Handlungsbedarf und schlagen vor, den Weg auf das angrenzende Privatgrundstück zu verschwenken. Damit, so heißt es in dem Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, bestehe die Möglichkeit, diesen „vitalen Baum“, der mit Blick auf die angrenzende Wohnanlage Teigelkamp eine „wichtige städtebauliche und klimaregulierende Funktion“ habe, zu erhalten.

Bauamtsleiter Andreas Bennemann räumte in der Ratssitzung ein, dass es sich um „eine verfahrene Situation“ handle. Der Baum gefährdet die Verkehrssicherheit. Eine Fällung wäre deshalb ratsam. Wenn er stehen bleiben soll, müsste der Weg verlegt werden. Aber das kostet. Auch weil das Gelände in dem Bereich stark abfällt. Bennemann spricht von umfangreichen Bauarbeiten, die einer ersten Schätzung zufolge mit 10 000 Euro zu Buche schlagen würden.

Bernd Willebrandt, Fraktionsvorsitzender der CDU , plädierte so auch dafür, „die Kosten im Blick zu behalten“. Nach Überzeugung von Matthias Ahmann (CDU) sollte die Verkehrssicherheit Priorität haben. Wenn diese nicht gewährleistet werden könne, „muss der Baum gefällt werden“, machte er seine Position deutlich. Ahmann wies zugleich darauf hin, dass in dem Fall anderorts drei neue Bäume gepflanzt würden. UWG-Ratsherr Heino Gerling hielt dagegen: „Wir können uns nicht Klimakommune nennen und gleichzeitig einen Baum fällen“, sagte er.

Die Grünen hatten beantragt, langfristig ein Baumtor an der Stelle zu errichten, in das die Eiche einbezogen werden könnte. Ein solches Tor würde der Verkehrssicherung dienen.

Vor dem Hintergrund, dass der benachbarte Parkplatz und die Straße Teigelkamp über kurz oder lang ausgebaut werden sollen, hatte die Verwaltung den Standort des Baumes hingegen grundsätzlich in Frage gestellt. Denn: Im Einmündungsbereich zur Grevener Straße würde der Baum die Sicht versperren. Auch deshalb seien die Gespräche mit dem Eigentümer des angrenzenden Grundstücks letztlich nicht zu Ende geführt worden, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Grünen-Ratsherr Jan Junge regte in der Sitzung an, weitere Lösungsmöglichkeiten zu prüfen und hierfür den ADFC zu befragen. Die Verwaltung arbeitet an einer weiteren Vorlage.

 

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