Neubaugebiet Hanfteichweg: CDU und SPD schlagen zahlreiche Änderungen vor
Ganz eigene Vorstellungen

saerbeck -

In der kommenden Woche steht erneut das geplante Wohngebiet Hanfteichweg auf der Tagesordnung des Saerbecker Bauausschusses. Inzwischen haben die Ratsfraktionen von CDU und SPD ihre Änderungsvorschläge konkretisiert. Sie betreffen vor allem Anzahl und Standort von Mehrfamilienhäusern in dem Gebiet. Außerdem die Verkehrsanbindung des Baugebietes sowie die Anzahl öffentlicher Stellplätze.

Dienstag, 12.01.2021, 06:00 Uhr
70 Baugrundstücke sollen in dem geplanten Baugebiet Hanfteichweg entstehen. CDU und SPD haben Verbesserungsvorschläge formuliert. So soll unter anderem eine Zufahrt von Niehoffs Blaike durch Abpollern verhindert werden.
70 Baugrundstücke sollen in dem geplanten Baugebiet Hanfteichweg entstehen. CDU und SPD haben Verbesserungsvorschläge formuliert. So soll unter anderem eine Zufahrt von Niehoffs Blaike durch Abpollern verhindert werden. Foto: Katja Niemeyer

In der kommenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses steht erneut der Vorentwurf für das Neubaugebiet Hanfteichweg auf der Tagesordnung. Wegen diverser Änderungswünsche, die zuletzt in der Dezember-Ratssitzung vorgetragen worden waren, war der Bebauungsplan nicht verabschiedet worden (wir berichteten).

Mehrfamilienhäuser

Inzwischen haben die Ratsfraktionen von CDU und SPD ihre Änderungsvorschläge konkretisiert. Sie betreffen vor allem Anzahl und Standort von Mehrfamilienhäusern. Außerdem die Verkehrsanbindung des Baugebietes sowie die Anzahl öffentlicher Stellplätze. Die UWG will sich mit einem entsprechenden Antrag zurückhalten. „Wir werden schauen, welche Vorschläge auf dem Tisch liegen und diese dann bewerten“, sagt deren Fraktionsvorsitzende Mechthild Lüggert auf Anfrage. Und: „Wichtig ist, dass wir strukturiert diskutieren.“ Während der Ratssitzung im Dezember war unklar gewesen, wie die Änderungen einen Weg in den Vorentwurf finden können, ohne das Planverfahren unnötig in die Länge zu ziehen.

Sowohl CDU als auch SPD fordern nunmehr, insgesamt vier Mehrfamilienhäuser einzuplanen. Der Vorentwurf sieht zwei Bauplätze für Häuser mit jeweils maximal acht Wohnungen vor. Die SPD will sich zudem für einen sozialen Wohnungsbau stark machen. Die CDU fordert, sämtliche Mehrfamilienhäuser entlang der Westladbergener Straße anzuordnen, die SPD will dort nur drei verorten, ein weiteres soll neben einem Spielplatz entstehen.

Verkehrsanbindung

Eine einheitliche Linie zeichnet sich bei der Frage der Verkehrsanbindung ab. Anders als im Vorentwurf, in dem zusätzlich eine Verbindung zu Niehoffs Blaike im benachbarten Wohngebiet Eschgarten eingezeichnet ist, wollen CDU und SPD, dass der Autoverkehr ausschließlich über die Westladbergener Straße fließt. An Niehoffs Blaike sollen herausnehmbare Absperrpfosten installiert werden, so dass nur Fußgänger und Radfahrer sowie gegebenenfalls Rettungsfahrzeuge passieren können.

Wenn es nach Thomas Simek geht, wird der Übergangsbereich zusätzlich aufgepflastert. Der SPD-Ratsherr schlägt zudem vor, eine Verkehrszählung zu machen, wenn die Häuser stehen, um Niehoffs Blaike möglicherweise doch für Autoverkehr zu öffnen. Eine solche Zählung hatte es auch schon vor zwei Jahren im Übergangsbereich Tuchmacher- zur Korbflechterstraße gegeben. Im Ergebnis waren dabei aber keine unzumutbaren Verkehrsverhältnisse in dem dortigen Wohngebiet festgestellt worden, die ein Abpollern nötig gemacht hätten.

Stellplätze

Die CDU hat sich außerdem Gedanken gemacht zur Anzahl und Anordnung von öffentlichen Stellplätzen. Sieben Parkflächen haben die Planer in den Entwurf gezeichnet – zu wenig, finden die Christdemokraten. Auch sei darauf zu achten, dass die Stellplätze gleichmäßig verteilt werden in dem etwas mehr als fünf Hektar großen Areal.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hendrik Tetenborg regt an, dass die Vorgaben für Form und Neigung der Dächer von Einfamilienhäusern auch für die Mehrfamilienhäuser gelten sollen. Weil er glaubt, dass der öffentliche Nahverkehr an Bedeutung gewinnt, schlägt SPD-Ratsherr Dominik Tetenborg vor, an der Zufahrt zu dem Neubaugebiet, in dem 70 Baugrundstücke vorgesehen sind, eine Bushaltestelle zu errichten.

CDU-Ratsherr Hubert Geisemann hatte bereits in der letzten Bauausschusssitzung bemerkt, dass möglichst vermieden sollte, dass die jeweiligen Gärten der Grundstücke nach Norden ausgerichtet sind. Um dieses Ziel zu erreichen, so heißt es im CDU-Antrag, sei die Anordnung der Baufenster und der Erschließungsstraßen im Plangebiet zu überprüfen.

Gartengestaltung

Die CDU stößt sich zudem an den Vorgaben zur Gestaltung der Vorgärten. Nach dem Planentwurf dürfen nicht mehr als 50 Prozent dieser Flächen versiegelt werden. Sie fordert, diese Festsetzung zu streichen. Und auch die Liste der Sträucher- und Baumarten soll nach dem Willen der Christdemokraten aus dem Planentwurf verschwinden. „Den Bauherren soll die Möglichkeit gegeben werden, die Grundstücke nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Insbesondere soll die Möglichkeit erhalten bleiben, die notwendigen Stellplätze auf den Grundstücken zu schaffen“, heißt es in dem Antrag der CDU.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte eine Anfrage nach ihren Änderungswünschen bis Redaktionsschluss unbeantwortet gelassen.

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