Fäkalien im Taufbecken
Kommt der Täter ungeschoren davon?

Saerbeck -

Auch zwei Monate nach der Tat sind die Saerbecker Gläubigen noch fassungslos. Ein Unbekannter verrichtete seine Notdurft in dem Taufbecken der St.-Georg-Pfarrkirche. Sie hoffen, dass der Täter noch zur Rechenschaft gezogen wird. Die Ermittlungen dauern an, sagt Polizeisprecherin Heike Piepel.

Donnerstag, 14.01.2021, 06:29 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 08:41 Uhr
In diesem Taufbecken in der St.-Georg-Kirche hat ein Unbekannter am 18. November seine Notdurft verrichtet.
In diesem Taufbecken in der St.-Georg-Kirche hat ein Unbekannter am 18. November seine Notdurft verrichtet. Foto: Katja Niemeyer

Knapp zwei Monate, nachdem ein Unbekannter in dem Taufbecken in der St.-Georg-Pfarrkirche seine Notdurft verrichtet hat , tappt die Polizei bei der Suche nach dem Täter offenbar weiterhin im Dunkeln.

Vielen Gläubigen geht der Fall derweil nicht aus dem Kopf. Sie sind fassungslos und fragen sich, ob der Mann, der sich bei der Tat von zwei Begleitern mit Handys fotografieren und filmen ließ, noch gefasst wird. „Ich werde immer wieder angesprochen. Viele fragen sich, ob er womöglich ungeschoren davon kommt“, beschreibt Pastoralreferent Werner Heckmann eine große Empörung, die angesichts des Vorfalls noch immer in der Gemeinde herrscht.

Überregional mediale Aufmerksamkeit

„Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärt Heike Piepel , Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde, auf Nachfrage. Zu den Akten wurde der Fall demnach noch nicht gelegt. Dass die Fotos und vielleicht auch Videos, die die Begleiter des Täters gemacht hatten, möglicherweise in sozialen Netzwerken verbreitet worden sein könnten, kann die Polizei nicht bestätigen. „Darüber liegen uns keine Erkenntnisse vor“, erklärt Piepel. Aus ermittlungstaktischen Gründen hält sich die Polizei derzeit mit Details zurück. Hierfür, so die Sprecherin, „bitten wir um Verständnis“.

Die Tat vom 18. November hatte eine überregionale mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Wenige Tage, nachdem der Unbekannte die große Tür zu der Kirche geöffnet und auf dem Taufstein sein Geschäft erledigt hatte, berichtete unter anderem eine große Boulevardzeitung über die unappetitlichen Hinterlassenschaften in einem Saerbecker Gotteshaus. Auch ein Fernsehsender habe angefragt, erklärt Heckmann. Dessen Wunsch, das Filmmaterial der Videokamera zu sichten, die sich im Kirchengewölbe direkt über dem Taufbecken befindet, lehnte der Pastoralreferent nach Rücksprache mit der Kriminalpolizei aber ab. In dem Video sind der Täter und die beiden Begleiter ohnehin kaum zu erkennen, vor allem, weil sie Maske und Kapuze tragen.

Strafanzeige gegen Unbekannten

Heckmann zeigt sich zufrieden, dass zahlreiche Gläubige die Kirche insbesondere in der Weihnachtszeit besuchten. Die Pfarrgemeinde hatte sich entschlossen, sie trotz des Vorfalls tagsüber geöffnet zu lassen. „Wenn wir die Türen geschlossen lassen würden, dann leiden darunter all jene, die gerne auch außerhalb von Gottesdiensten Zeit in der Kirche verbringen wollen“, hatte Heckmann im November betont und die Menschen gebeten, aufmerksam zu sein und so dazu beizutragen, dass sich eine solche Tat nicht wiederholen kann.

Die Pfarrgemeinde hatte Strafanzeige gestellt gegen den Unbekannten. Nach Paragraf 167 des Strafgesetzbuches stellt das Delikt eine sogenannte Störung der Religionsausübung dar, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden kann.

Die Polizei bittet weiterhin um Mithilfe bei der Aufklärung des Falls. Wer am Tatort oder in der Umgebung verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte sich bei der Polizei in Emsdetten ( 02572/ 93 06 44 15) melden.

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