Hanfteichweg: Mehrheit im Planungsausschuss für Variante 1 des Bebauungsplanes
Mehr Gärten mit Südost-Richtung

Saerbeck -

Vorgaben für die Gestaltung von Vorgärten, Zufahrt zu Niehoffs Blaike, Mehrfamilienhäuser – der Planungsausschuss hat sich mal wieder mit dem Neubaugebiet Hanfteichweg befasst. Ein Planer hatte den Bebauungsplan überarbeitet und zwei Varianten vorgestellt. Die Mehrheit favorisierte Variante 1, weil darin mehr Grundstücke eingezeichnet sind mit Gärten Richtung Südosten.

Freitag, 29.01.2021, 06:41 Uhr aktualisiert: 29.01.2021, 06:50 Uhr
In der Variante 1 des Bebauungsplanes für das Neubaugebiet Hanfteichweg sind nach einer Überarbeitung mehr Grundstücke mit Gärten in Richtung Südosten vorgesehen.
In der Variante 1 des Bebauungsplanes für das Neubaugebiet Hanfteichweg sind nach einer Überarbeitung mehr Grundstücke mit Gärten in Richtung Südosten vorgesehen. Foto: Wolters Partner

Der Planungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch erneut mit dem geplanten Neubaugebiet Hanfteichweg befasst. Nach fast eineinhalbstündiger Debatte fand sich eine Mehrheit aus CDU und UWG für die Variante 1 des Bebauungsplanes. SPD und Bündnis 90 /Die Grünen hatten die Variante 2 favorisiert. Beide Varianten waren zuvor von dem Stadtplaner Carsten Lang (Büro Wolters und Partner) vorgestellt worden. Nun muss noch der Rat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch den Bebauungsplan auf den Weg bringen.

Zwei Varianten

Die beiden Varianten unterscheiden sich im Wesentlichen in der Anzahl der Grundstücke, deren Garten nach Südosten ausgerichtet sind. Die CDU hatte angeregt, den ursprünglichen Bebauungsplan, der im Dezember vorgestellt worden war, entsprechend zu ändern. In Variante 1 befinden sich mehr solcher Grundstücke als in Variante 2.

Das Planungsbüro hat zwischenzeitlich aber nicht nur diesen Änderungswunsch in den Planentwurf eingearbeitet. CDU, SPD und Grüne hatten jeweils eine Liste mit Modifikationen zusammengestellt, von denen ein Großteil berücksichtigt wurde. So soll das Baugebiet nun – zumindest vorerst – ausschließlich über die Westladbergener Straße erschlossen werden – und nicht zusätzlich über Niehoffs Blaike, wie es der erste Entwurf vorsah. An dem Übergang soll ein Poller eine Durchfahrt verhindern, wobei aber zum Beispiel Müll- und Rettungsfahrzeuge passieren können sollen.

Erschließung nur über Westladbergener Straße?

Hierfür stimmten CDU, SPD und Grüne. Die UWG sprach sich für eine Offenhaltung aus. „Wollen wir wirklich den gesamten Pkw-Verkehr allein über die Westladbergerner Straße führen?“, fragte die UWG-Fraktionsvorsitzende Mechthild Lüggert und kam zu dem Schluss, dass das erwartete Verkehrsaufkommen mit nach ihrer Rechnung rund 140 Autos pro Tag hierfür zu hoch sei. Zumal ein weiteres, angrenzendes Baugebiet „in der Pipeline ist“.

Jan Junge (Grüne) befürchtet demgegenüber, wie er sagte, dass gerade eine Offenhaltung zusätzlichen Verkehr generieren werde.

Unterschiedlich waren auch die Positionen bei der Frage der Versiegelung von Vorgärten. SPD, UWG und Grüne waren dafür, dass der Bebauungsplan hierzu eine verpflichtende Vorgabe macht, nach der nicht mehr als 50 Prozent eines Vorgartens versiegelt werden darf.

Vorgarten-Gestaltung reglementieren?

Mit der Begründung, dass Bauherren die Möglichkeit gegeben werden soll, die Grundstücke nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, sprach sich die CDU dafür aus, den entsprechenden Passus aus dem Bebauungsplan zu streichen. Die Fraktion will es dem jeweiligen Bauherrn überlassen, wie groß der Anteil der Grünfläche vor seinem Haus sein wird. CDU-Ratsherr Florian Bücker gab zu bedenken, dass der Platz für Stellplätze nicht reichen könnte, wenn nur maximal die Hälfte der Fläche versiegelt werden dürfte.

SPD-Fraktionschef Christian Schulte hielt dagegen. Nach seiner Überzeugung sind freiwillige Beschränkungen nicht zielführend. „Wir müssen ein Zeichen setzen“, so Schulte. Die SPD hatte bereits im Juni vergangenen Jahres beantragt, die Gestaltung zu reglementieren, um zu erreichen, dass die Gärten naturnah angelegt werden.

Der Vorschlag der UWG, die Breite der Straße, die in dem Bebauungsplan zu Niehoffs Blaike führt, von zehn auf 8,5 Meter zu verringern, fand die Zustimmung aller anderen Parteien. Lüggert hatte gefragt, ob es einen Grund für das unterschiedliche Maß gibt. „Nein“, räumte Stadtplaner Lang ein und erklärte, den Plan entsprechend zu ändern.

Für insgesamt vier Mehrfamilienhäuser – statt zwei wie im ersten Entwurf eingeplant – sprachen sich CDU, SPD und Grüne aus. In dem Entwurf sind hierfür drei Grundstücke entlang der Westladbergener Straße eingeplant. Ein weiteres befindet sich im Norden des Baugebietes. Lüggert hatte dafür plädiert, sich auf drei Mehrparteienhäuser zu beschränken, fand hierfür aber keine Mehrheit.

Offen blieb die Frage, inwieweit die Gemeinde sozialen Wohnungsbau vorschreiben will. Die SPD hatte vorgeschlagen, diesen mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses zu realisieren. Wenn es nach der CDU geht, soll hingegen in jedem der vier Häuser ein Viertel der Wohnfläche aus Sozialwohnungen bestehen. Hierüber muss aber erst im späteren Planungsverfahren entschieden werden.

Der Hanfteichweg mit seinen rund 70 Bauplätzen, auf denen neben Ein- und Doppelhäusern auch Reihenhäuser entstehen können, liefert also noch reichlich Stoff für weitere Diskussionen.

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