Debatte um Erhalt der Eiche an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp geht in die nächste Runde
Verkehrssicherheit nicht gefährden

Saerbeck -

Die Diskussion um die Zukunft der alten Eiche an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp geht in eine weitere Runde. Im Stillen hatte Bauamtschef Andreas Bennemann in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses wohl gehofft, in der Sache voranzukommen. Ohne Erfolg. Nun arbeitet er an einer umfangreichen Vorlage.

Donnerstag, 04.02.2021, 07:47 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 07:50 Uhr
Das Wurzelwerk der Eiche hat mittlerweile die Pflasterfläche des Gehweges angehoben. Ein Passieren ist deshalb auch für Radfahrer, die den Radweg dort mitbenutzen schwierig geworden.
Das Wurzelwerk der Eiche hat mittlerweile die Pflasterfläche des Gehweges angehoben. Ein Passieren ist deshalb auch für Radfahrer, die den Radweg dort mitbenutzen schwierig geworden. Foto: Katja Niemeyer

Fällen oder nicht fällen? Die Diskussion um eine alte Eiche an der Ecke Grevener Straße/Teigelkamp geht in eine weitere Runde. Im Stillen hatte Bauamtsleiter Andreas Bennemann in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses wohl gehofft, in der Sache voranzukommen. Unter dem Punkt „Verschiedenes“ bat er um ein Stimmungsbild. Zu Tage traten dabei ganz unterschiedliche Positionen.

Während sich Bündnis 90 /Die Grünen für einen Erhalt des Baumes stark machte, fragte die CDU , inwieweit dies mit der Verkehrssicherheit vereinbar sei. Nun erarbeitet die Verwaltung eine Vorlage für die nächste Sitzung des Planungsausschusses im März.

Schon jetzt wurde viel Zeit in die Suche nach einer Lösung investiert. Nach der Dezember-Ratssitzung, in der bereits über das Für und Wider einer Fällung debattiert worden war, verschaffte sich Bennemann vor Ort ein Bild, beobachtete das Verhalten der Radfahrer – und kam zu dem Ergebnis, dass alle ihren Weg auf dem Gehweg fortsetzen. Der Bauamtschef holte sich Rat beim ADFC. Und er prüfte die verkehrsrechtliche Situation. „Insgesamt habe ich Stunden damit zugebracht“, erklärte Bennemann. Weil in dem Abschnitt für Autofahrer Tempo 30 gilt, darf dort kein Radweg ausgewiesen werden. Eine entsprechende Markierung, wie von Jan Junge (Die Grünen) vorgeschlagen, würde das Straßenverkehrsamt nicht genehmigen, stellte Bennemann klar.

Hubert Geisemann (CDU) machte deutlich, dass für seine Partei die „Unversehrtheit der Radfahrer“ höher zu werten sei als ein möglicher Erhalt der Eiche. Auch Junge betonte, dass natürlich die Verkehrssicherheit gewährleistet sein müsse. CDU-Fraktionschef Bernd Willebrandt hatte schon im Dezember dafür plädiert, „die Kosten im Blick zu behalten“. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Schulte warb unterdessen dafür, eine Entscheidung zu vertagen. Ein Erhalt des Baumes, so sagte er, „wäre Werbung für Saerbeck“. UWG-Fraktionschefin Mechthild Lüggert fragte, welche „Entwicklungsperspektive“ die Eiche habe. „Wenn sie zum Beispiel in zwei oder drei Jahren hinüber ist, dann wäre eine Verschwenkung ein teurer Spaß“, sagte Lüggert.

Bereits im September vergangenen Jahres hatten die Grünen beantragt, zu prüfen, inwieweit eine Verschwenkung des Gehweges auf das angrenzende Privatgrundstück möglich ist. Wie berichtet, würden entsprechende Bauarbeiten einer ersten Schätzung des Bauamtes zufolge mit 10 000 Euro zu Buche schlagen.

Handlungsbedarf besteht, weil das Wurzelwerk des Baumes die Pflasterfläche angehoben hat, so dass insbesondere gehandicapte Menschen – und so mancher Radfahrer – Probleme haben, die Stelle zu passieren. Bei der Verwaltung waren deshalb in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden eingegangen. Im August vergangenen Jahres hatte sie deshalb während einer Sitzung des Planungsausschusses eine Fällung der Eiche angeregt.

Bauamtschef Bennemann kündigt auf Nachfrage eine umfangreiche Vorlage an, in der die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten erörtert und Konsequenzen aufgezeigt werden.

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