Spender haben viel Zeit zum Aussortieren: Großer Andrang bei der Warenannahme der Kleiderstube
Ehrenamtliche haben gut zu tun

Saerbeck -

Der vorerst letzte Abgabetermin in der Kleiderstube war kurz vor Weihnachten. Wie jedes andere Bekleidungsgeschäft muss die Kleiderstube des Caritasverbands im coronabedingten Lockdown geschlossen bleiben. Am Samstag gab es Nachschub. Und das reichlich.

Montag, 22.02.2021, 10:12 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 10:20 Uhr
Die ehrenamtlichen Helferinnen Maria Bohse, Karin Lenfert, Anneliese Quooß und Valentine Flat hatten am Samstag viele Kleiderspenden zu sortieren.
Die ehrenamtlichen Helferinnen Maria Bohse, Karin Lenfert, Anneliese Quooß und Valentine Flat hatten am Samstag viele Kleiderspenden zu sortieren. Foto: Stefanie Behring

Private Treffen, der Vereinssport oder Familienausflüge – nahezu alle Freizeitaktivitäten sind aktuell nicht möglich. Es bleibt viel Zeit für anderweitige Aktionen in den eigenen vier Wänden oder zum Ausmisten des Kleiderschranks. Dass viele dafür aktuell die Zeit nutzen, weiß das Team der Saerbecker Kleiderstube. Die Ehrenamtlichen öffneten am Samstag nach einiger Zeit wieder die Tür, um aussortierte Waren anzunehmen.

Der vorerst letzte Abgabetermin war kurz vor Weihnachten . Wie jedes andere Bekleidungsgeschäft muss die Kleiderstube des Caritasverbands im coronabedingten Lockdown geschlossen bleiben. „Die Schneeanzüge für Kinder haben wir noch nicht ausgepackt“, berichtet Maria Bohse , die das ehrenamtliche Team zusammen mit Anneliese Quooß seit fast vier Jahren leitet.

Die neue Ware wird von den Ehrenamtlichen sortiert. Manche Kleidungsstücke sind aufgetragen oder schmutzig. Diese werden dann entsorgt. Vieles ist aber gut erhalten. Es wird in Schränken verstaut und auf Kleiderbügel gehängt. Ein Teil der abgegebenen Sachen wird zur Caritas-Station nach Emsdetten geschickt, wo sie gegebenenfalls repariert oder weiter verwertet werden.

Bevor die Kleiderstube wegen des Virus schließen musste, war die Nachfrage groß. Bis zu 40 Kunden kamen an den jeweiligen Abgabetagen vorbei, erzählt Maria Bohse. Insbesondere, als vor einigen Jahren viele Flüchtlinge hier Schutz suchten, hätten die Leute Schlange gestanden vor den Räumen im Keller des Caritas-Sozialhauses an der St.-Georg-Pfarrkirche. Inzwischen hat sich die Lage normalisiert.

Insgesamt acht ehrenamtliche Helfer halten den Betrieb der Kleiderstube aufrecht. „Damit kommen wir gut klar“, betont Maria Bohse. Die Kleidungsstücke können für kleines Geld erworben werden. Meist verlangen die Ehrenamtlichen nur ein paar Euro. Mit den Einnahmen wird zum Teil die Miete finanziert.

Die Idee, inmitten des Lockdowns die Tür für die Annahme von Kleidung zu öffnen, zahlte sich aus: Am Samstag kam ein Spender nach dem anderen in den Keller der Kleiderstube. Zum Teil mit mehreren Kisten und Taschen bepackt, brachten Saerbecker die aussortierte Kleidung. Darunter befanden sich auch Schuhe, Bettwäsche oder Spielsachen. Sogar Schlittschuhe und Inlineskates können nun günstig erworben werden. Vier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sorgten dafür, dass die Ware direkt überprüft und sortiert wurde.

Juliane Engeler ist eine der Saerbeckerinnen, die freie Zeit für das Ausmisten ihres Kleiderschranks genutzt hat: „In den letzten Wochen bin ich endlich mal dazu gekommen, Dinge, die ich nicht mehr trage, auszusortieren. Da habe ich mich gefreut, dass die Kleiderstube für diese Sachen noch eine gute Verwendung findet.“ Hubert Fröhls kommt sogar extra aus Gimbte, um seine Kleiderspenden vorbeizubringen: „Vieles brauchen wir nicht mehr und viele andere Kleiderstuben haben geschlossen.“

Sobald der Lockdown aufgehoben wird und die Kleiderstube wieder öffnet, kann jeder dort Kleidung günstig erwerben. „Dafür ist kein Berechtigungsschein oder ähnliches notwendig“, erklärt Maria Bohse.

Wann eine Öffnung möglich sein wird, dazu möchten sich die Damen aktuell noch nicht äußern. „Wir betrachten das Ganze auch mit Vorsicht. Schließlich ist es hier sehr eng und wir müssen uns auch selbst schützen“, so Anneliese Quooß. Die Helfer hoffen aber, die sich nun in so großer Zahl angesammelten Waren bald wieder verkaufen zu können.

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