Erweiterung der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule: Bauamt präsentiert Wirtschaftlichkeitsberechnungen
Neubau oder Sanierung

Saerbeck -

Dass die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule aus allen Nähten platzt und deshalb ein Erweiterungsbedarf besteht, steht außer Frage. Nur wo sollen die neuen Räume entstehen? Mit der Frage hat sich der Schulausschuss befasst.

Donnerstag, 18.03.2021, 05:03 Uhr aktualisiert: 18.03.2021, 05:10 Uhr
Erweiterung der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule: Bauamt präsentiert Wirtschaftlichkeitsberechnungen: Neubau oder Sanierung
Foto: Alfred Riese

Dass die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) aus allen Nähten platzt und deshalb ein Erweiterungsbedarf besteht, steht außer Frage. Der Überzeugung sind nicht nur Gemeinde und Schulleitung, sondern das hat auch die Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie in Münster bereits 2019 bestätigt. Nur wo sollen die neuen Räume entstehen? Mit der Frage hat sich der Jugend-, Schul- und Sportausschuss in seiner Sitzung am Dienstag erstmals befasst.

Zu einem Beschluss konnten sich CDU und Bündnis 90 /Die Grünen nicht durchringen. „Ich tue mich noch schwer mit dem Bau einer Aula“, sagte Henning Jaske (CDU). Auch Herbert Breidenbach (Grüne) fehlen diesbezüglich „weitere Informationen“. Auf Antrag der CDU wurde eine Entscheidung vertagt.

Die Verwaltung hatte zuvor zwei Vorschläge erarbeitet. Der erste sieht vor, die Alte Hauptschule, die teilweise bereits seit Längerem für Unterricht genutzt wird, zu sanieren und zudem einen Anbau an das MKG-Gebäude zu setzen. Alternativ würde die Alte Hauptschule abgerissen werden, um auf dem Grundstück Platz zu schaffen für einen Neubau.

Für beide Varianten präsentierte Bauamtsleiter Andreas Bennemann dem Ausschuss Wirtschaftlichkeitsrechnungen, die allerdings einen großen Haken haben: „Die Zahlen sind nicht belastbar“, räumte er unumwunden ein. Unsicherheitsfaktor: plus minus 40 Prozent.

Grob überschlagen könnte die Rechnung für die Gemeinde fast zwei Millionen Euro teurer oder günstiger werden. Für Sanierung und Anbau war Bennemann auf Investitionskosten von rund 4,6 Millionen gekommen, für Abriss und Neubau auf 4,9 Millionen Euro. Obwohl teurer bei der Errichtung ist letztere Variante nach Überzeugung des Bauamtsleiters aber auf Dauer gesehen günstiger. Das liege vor allem daran, dass die Alte Hauptschule eine geringe Flächeneffizienz habe. Sprich: Im Verhältnis zur gesamten Größe des Gebäudes von 940 Quadratmetern ist die Nutzfläche von rund 300 Quadratmetern klein. Dies, so Bennemann, führe in der Folge zu höheren Bewirtschaftungskosten.

Jan Junge (Grüne) reichten die Wirtschaftlichkeitsberechnungen des Bauamtes nicht aus. Er schlug vor, „beide Varianten weiterzudenken“ und hierfür Planungsaufträge zu vergeben. Wovon Bennemann angesichts der so entstehenden Kosten abriet. Pro Auftrag würden rund 100 000 Euro fällig werden.

MKG-Leiter Maarten Willenbrink hatte zuvor dargelegt, dass bei einem Neubau der Schulbetrieb weitgehend ungestört weiterlaufen könne. Die in der Alten Hauptschule genutzten Räume seien nur ein Provisorium und zum Teil marode. Der Aufführungsraum – „beschämend“. Willenbrink machte deutlich, dass ein großer Versammlungsraum für Veranstaltungen wie Abi-Abschlussfeiern und Konzerte dringend fehle.

Das Anfang der 1960er-Jahre entstandene Hauptschulgebäude ist sanierungsbedürftig. Die Fassade hat Risse. Die Mauern weisen Feuchtigkeitsschäden auf. Sanitäranlagen und Elektroleitungen müssen erneuert werden. „Das würde ein richtiger Eingriff in das Gebäude“, bilanzierte Bennemann.

UWG-Fraktionschefin Mechthild Lüggert und Silvia Hemmer (SPD) sprachen sich dafür aus, den Plan eines Abrisses und Neubaus weiter zu verfolgen und ein Büro mit der Erstellung eines ersten Entwurfes zu beauftragen. CDU und Grünen ging das aber zu schnell.

Gestern Abend stand das Thema auch auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Die politische Debatte nimmt Fahrt auf.

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