Patenschaft mit Indien: Schule ermöglichen
Bildung als absolutes Privileg

Saerbeck -

Schulbildung in Indien - ein kompliziertes Thema. In Saerbeck hofft Pastor Ramesh Chopparapu auf Unterstützung.

Mittwoch, 21.04.2021, 17:40 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 09:32 Uhr
Diese zehn indischen Kinder werden aktuell durch Patenschaften von Saerbeckern finanziell unterstützt. Dabei geht es um die Zahlung von Schulgeld, -uniform oder -bücher, was sich viele Eltern in Ramesh Heimat Siddayapalem nicht leisten können.
Diese zehn indischen Kinder werden aktuell durch Patenschaften von Saerbeckern finanziell unterstützt. Dabei geht es um die Zahlung von Schulgeld, -uniform oder -bücher, was sich viele Eltern in Ramesh Heimat Siddayapalem nicht leisten können.

Auch wenn die Freude bei vielen Kindern groß war, als sie vor einiger Zeit wieder in die Schule gehen durften, freuen sich doch die meisten auf das Ende ihrer Schulzeit und müssen sich jeden morgen für den Schulweg überwinden. In der Heimat von Pastor Ramesh Chopparapu im Südosten Indiens ist die Situation anders: „Bildung ist ein Privileg, das viele Kin-der leider nicht erhalten.“ Die grundlegende Schulbildung sei elementar für die Zukunft eines jeden Kindes. „Nur durch Bildung können Kinder es einmal besser haben als ihre Eltern“, so Ramesh.

Damit meint er, dass Kinder nur durch den Besuch einer Schule die Möglichkeit auf einen festen Job erhalten und beispielsweise nicht als Tagelöhner arbeiten müssten. Derzeit arbeiten in Ramesh Heimatdorf Siddayapalem die meisten Menschen als Tagelöhner. Dadurch verdienen sie eine Kleinigkeit, müssen sich aber tagtäglich um neue Arbeit bemühen.

Dank der Übernahme von Patenschaften durch einige Saerbecker erhalten aktuell zwölf Mädchen und Jungen die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. „Schule in Indien ist verhältnismäßig teuer. Die meisten Eltern können es sich in meiner Heimat nicht leisten, ihr Kind auf eine gute Schule zu schicken, weil sie selbst nicht viel verdienen“, so Ramesh.

Mit einer „guten Schule“ ist eine englischsprachige Schule gemeint. Nur die könne den Kindern für ihre Zukunft einen Mehrwert bieten. Da es in Indien über 100 verschiedene Sprachen gibt, findet ein Großteil der Verständigung in der Wirtschaft auf Englisch statt. In den Dörfern wird jedoch ausschließlich die heimische Sprache gesprochen und englisch in den Schulen nicht genügend unterrichtet.

Kosten, die beim Besuch einer englischen Schule anfallen, sind beispielsweise Schulgebühren, die Kosten für eine Schuluniform, Bücher oder die teure Fahrt mit dem Schulbus. Je nach Alter eines Kindes sind das etwa 25 Euro im Monat.

Ramesh weiß: „Viele Eltern sehen aktuell noch nicht, wie wichtig Bildung für ihre Kinder ist und investieren daher nicht in sie.“ Denn viele Eltern hätten Zweifel, weil ein Job auch nach dem Besuch einer guten Schule in Indien nicht sicher sei. „Ich spreche mit vielen Familien und mache ihnen immer wieder klar, wie wichtig es ist, dass ihre Kinder zur Schule gehen“, erzählt Ramesh. Durch die Übernahme von Patenschaften werde den Eltern das Risiko genommen und die Schulbildung wird für die Kinder ermöglicht.

Gerade Mädchen werden in Indien noch in ihrer traditionellen Rolle als spätere Hausfrau und Mutter wahrgenommen. Der Pastor erzählt: „Schon mit 16 oder 17 Jahren müssen viele Mädchen heiraten. Bereits einige Jahre zuvor haben sich die Eltern einen Mann für ihre Tochter ausgesucht. Die Töchter folgen dann dem Wunsch ihrer Eltern. Weil sie keine Schul- oder Ausbildung haben, sind sie gezwungen, sich abhängig zu machen.

Die Kinder pflegen mit den Saerbeckern, die sie finanziell unterstützen, häufig Brieffreundschaften, so dass mindestens an Weihnachten ein Brief ins Haus flattere. Ramesh berichtet: „Einige ältere Kinder können schon englische Briefe schreiben, andere malen manchmal Bilder. Viel Dank kommt auch von den Eltern, auch wenn diese meistens kein Englisch können.“

Pfarrer Ramesh freut sich, dass mittlerweile bereits zwölf Kinder aus seinem Heimatdorf die Möglichkeit auf Bildung erhalten und hofft, so auf ein besseres Leben für die Mädchen und Jungen.

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