Steinfurt
Schwierige Erschließung

Dienstag, 23.10.2007, 22:10 Uhr

Burgsteinfurt. Der Planungsausschuss der Stadt Steinfurt will sich im Verlauf eines Ortstermins und einer Sondersitzung intensiv mit der Umwandlung des ehemaligen Fabrikareals der Spinnerei Rolinck in ein Wohngebiet befassen. Das ist das Ergebnis der Diskussion, die die Politiker gestern Abend im Rathaus zur Änderung des Bebauungsplanes „Terberger Straße – nördlicher Teil“ vertagt haben. Dabei soll insbesondere die Frage, wie das Gebiet erschlossen werden kann, erörtert werden.

Städteplaner Kajus Daub aus dem schwäbischen Murr am Main hatte dem Ausschuss zuvor ein überarbeitetes Konzept vorgestellt, das nach Vorstellung der Eigentümer, der Gesellschaft für Baumwollindustrie Kock, Grundlage eines Bauleitverfahrens bilden soll. Demnach sollen nach Abbruch des Großteils der Produktionsstätten auf dem überwiegenden Teil des rund vier Hektar großen Bereichs bis zu 45 Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäuser entstehen.

Daub bezeichnete die Lage an der Steinfurter Aa mit seinen nördlich und südlich angrenzenden Grünstreifen, mit der nahen Anbindung an die Innenstadt und der guten Infrastruktur als äußerst attraktiv. Gruppiert um einen zentralen Platz könnten in der Mitte besondere Formen der Architektur verwirklicht werden. Nach Vorstellung der Planer sollen die zwei prägnanten, gut erhaltenen Gebäude aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, darunter das ehemalige Rolinckheim, einer neuen Nutzung zugeführt werden. Als denkbar werden unter anderem Gastronomie, betreutes Altenwohnen, Einrichtungen für Sport und Gesundheit sowie „Loftwohnungen“ erachtet. Ein Spielplatz und ein Fuß- und Radweg entlang des Flusslaufes soll den Wohnwert weiter steigern. Sogar die Ansiedlung eines Hotels schließen die Planer auf dem westlichen Teil des Spinnereigeländes und dem Grundstück des Kindergartens Kalkwall nicht aus. In diesem Zusammenhang wies Technischer Beigeordneter Reinhard Niewerth darauf hin, dass der Ausschuss die Diskussion um alternative Hotel-Standorte am 13. November führen wird.

Grundsätzlich begrüßten die Fraktionen die Entwürfe, verwiesen aber auch auf die notwendigen Gutachten, insbesondere auf die bereits vom Kreis und der Bezirksregierung angemahnten Altlastenuntersuchungen. Hans-Dieter Makus (SPD) forderte nachdrücklich auf, die Frage zu klären, wie das Gebiet an das Umfeld angeschlossen werden kann. Das Konzept sieht bislang eine Erschließung über die Fabrikstraße, Laugemannsstiege und Engelings Haar vor. „Die Situation ist sehr schwierig“, riet Makus dazu, ein Gesamtpaket zu schnüren, das auch die Situation der angrenzenden Quartiere berücksichtigt. In diesem Zusammenhang fügte Reinhard Niewerth an, dass auch die beiden Eigentümer der rund 6100 Quadratmeter großen Gärten im Norden mit dem Wunsch an die Stadt herangetreten sind, ihre Flächen mit in die Planungen einzubeziehen. Darüber hinaus wies der Baudezernent darauf hin, dass der Vorstädter Schützenplatz am Engelings Haar durch das Architektenbüro zwar überplant worden ist, jedoch die Fläche aufgrund des bis 2021 mit dem Verein geschlossenen Pachtvertrages ebenso wenig angetastet werden kann, wie die 9400 Quadratmeter große Wiese im Süden des Plangebiets. Dort muss ein Regenrückhaltebecken mit 11 000 Kubikmetern Stauvolumen gebaut werden.

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