Steinfurt
Von Paris über Madrid nach Prag

Samstag, 12.07.2008, 18:07 Uhr

Borghorst. Ihre Rucksäcke haben die fünf Jungs so gut wie gepackt. Der Rest kommt am Sonntag, wenn’s losgeht. Vier Wochen lang wollen Jonas Kannen, Philipp Jordan und Max Kötting unterwegs sein – quer durch Europa. Mit dabei, wenn auch nicht die ganze Zeit, sind Martin Waltermann und Fabian Wenzel . Alle haben gerade am Borghorster Gymnasium ihr Abitur geschafft. Bevor es ins Studium oder zum Zivildienst geht, wollen sie erst mal ’was von der Welt sehen. Dafür haben sich die Fünf Interrail-Tickets der Deutschen Bahn besorgt. Start ist es am morgigen Sonntag (13. Juli).

Auf ihrer Reiseroute stehen Paris, La Rochelle, Madrid , Barcelona, Rom, Wien, Prag , Warschau und am Ende vielleicht noch Berlin. „Das müssen wir aber noch mal sehen“, sagt Philipp Jordan. Ob die Zeit reicht – und das Geld. Unterkünfte für die ersten beiden Stationen haben die Abiturienten schon in sogenannten Hostels (preigünstige Herberge) gebucht. Max Kötting: „Alles andere regeln wir vor Ort.“ Ein bisschen Abenteuerlust ist schließlich dabei.

So ganz planlos wollen sich die jungen Männer dann aber doch nicht auf den Weg machen. Jeder musste schon mal per Internet mindestens eine Stadt erkunden: „Damit wir wissen, was wir uns an Sehenswürdigkeiten anschauen sollten“, berichtet Jonas Kannen von den Reisevorbereitungen. Martin Waltermann, der nach zwei Wochen berufsbedingt alleine wieder zurückfährt, kümmert sich um die ersten drei Aufenthaltsorte bis Madrid.

Auf die Idee für ihren Europatrip sind die Freunde eher zufällig gekommen. Bei einer Autofahrt haben zwei von ihnen einen Radiobericht zum Thema gehört. Fabian Wenzel: „Und sofort hatten wir Reisefieber.“ Noch während der Abiturprüfungen haben sich die Jungs zusammengehockt und die Reise ausgeheckt. „Wir wollen mal schauen, ob wir uns in Europa zurechtfinden“, beschreibt Fabian Wenzel seine Motivation – und natürlich die der anderen. Zweifel, dass alles gut geht, haben die Fünf allerdings nicht. Obwohl sie nur Englisch und Französisch beherrschen: „Mit Händen und Füßen lässt es sich auch verständigen.“

Der Preis für die Tour ist nicht ohne. 399 Euro kostet das Bahnticket für vier Wochen freie Fahrt durch Europa. Dazu kommen die Kosten für Übernachtung und Verpflegung. Wenzel: „Wir rechnen so mit 2000 Euro.“ Dafür haben die meisten von ihnen lange gespart und auch das Abi-Geld zur Seite gelegt: „Den Rest haben wir uns erst einmal geliehen“, gesteht Max Kötting. Geliehen heißt, wenn die jungen Männer arbeiten, müssen sie es bei ihren Eltern oder Geschwistern abstottern.

Der Aufwand wird sich aber bestimmt lohnen, sind sich alle einig. Fabian Wenzel: „Ich freue mich schon auf Prag, das soll eine traumhafte Stadt sein.“ Bis sie dort sind, muss er sich aber noch ein wenig gedulden. Schließlich geht’s erst fast zum Schluss in die tschechische Hauptstadt. Ob sie während ihres Rom-Aufenthaltes eine Audienz bei Papst Benedikt bekommen? Max Kötting hofft sehr darauf: „Vielleicht treffen wir ihn ja spontan auf dem Petersplatz.“ Aber auch sonst ist er auf die italienische Metropole mit ihren historischen Bauten gespannt.

Was die fünf Freunde bei ihrer Tour durch Europa erleben, womit sie nicht gerechnet haben und wer ihnen begegnet, davon werden sie in den Westfälischen Nachrichten berichten.

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