Steinfurt
Die letzte Chance

Burgsteinfurt - Während Landrat Thomas Kubendorff im Steinfurter Kreishaus gestern Vormittag das Programm für die Eröffnung des ersten Bauabschnitts des neuen Alleenradweges von Rheine bis Burgsteinfurt am 9...

Freitag, 31.07.2009, 18:07 Uhr

Burgsteinfurt - Während Landrat Thomas Kubendorff im Steinfurter Kreishaus gestern Vormittag das Programm für die Eröffnung des ersten Bauabschnitts des neuen Alleenradweges von Rheine bis Burgsteinfurt am 9. August (Sonntag) vorgestellt hat, haben Vorstandsmitglieder des Landwirtschaftlichen Ortsvereins (LOV) Burgsteinfurt parallel zu diesem Termin am Spielplatz Timmerkamp im Verlauf eines Pressetermins versucht, die Öffentlichkeit noch einmal für ihr Anliegen zu mobilisieren, mit dem Bau der Trasse auf der alten Bahnstrecke Coesfeld-Rheine auch eine Verbindung zwischen Hollich und Sellen zu schaffen. „Es ist unsere letzte Chance“, erklärten LOV-Chef Johann Prümers und seine Mitstreiter Gerd Meinikmann, Heinrich Lölfer und Hennig Stoyke. Sie wollen bis zu einer Entscheidung der Steinfurter Kommunalpolitik alle Hebel in Bewegung setzen, dass von der B 499 bis zur B 54-Brücke auch landwirtschaftlicher Verkehr rollen kann.

Seit 50 Jahren sei eine Verbindung zwischen den Bauerschaften im Gespräch, blickte Prümers auf die lange Geschichte zurück und betonte dabei, wie oft man von seinen Berufskollegen in der Vergangenheit schon Kompromissbereitschaft verlangt habe, wenn es darum ging, die Münsterländische Parklandschaft für den Fremdenverkehr zu nutzen. Ob Münsterland-Rad- oder Steinfurter Reitroute, stets hätten die Bauern (von ihnen werden 75 Prozent der Flächen im Kreis Steinfurt bewirtschaftet) ihren Anteil geleistet, die Region voranzubringen. Dabei habe man wiederholt eigene Interesse in den Hintergrund gestellt und gemeinsam mit Politik und Verwaltung daran gearbeitet. einvernehmliche Lösungen für Landwirtschaft und Tourismus zu finden. Das erhofft man sich nun auch bei der weiteren Planung des zweiten Bauabschnitts des Alleenradweges, der, so der Wunsch der Bauern, Radweg bleiben, aber für landwirtschaftliche Fahrzeuge auf einem Abschnitt von 750 Metern Länge frei sein soll. Dafür müsste die Fahrbahn (je nach technischer Möglichkeit) von drei auf vier oder fünf Meter plus Bankett verbreitert werden. Für Prümers ist klar: „Radfahrer haben Vorrang, der landwirtschaftliche Verkehr muss Rücksicht nehmen.“ Das soll auch damit dokumentiert werden, dass dort samstags (ab 13 Uhr) bis sonntags keine Schlepper fahren dürfen. Noch einmal wurde in diesem Zusammenhang der Vorschlag gemacht (wir berichteten am 23. Juli), den Weg am Spielplatz Timmerkamp vorbeizuführen und in die Lange Stiege münden zu lassen. Damit könnte man Gefahren für spielende Kinder vermeiden. Darüber hinaus würde eine Entlastung des städtischen Rings vom landwirtschaftlichen Verkehr den Vorteil bringen, dass in Höhe von Jugenddorf, Realschule, Altenwohnheim und Gesundheitszentrum Gefahrenstellen deutlich entschärft würden.

Klar ist den Landwirten, dass ihr Wunsch einer Doppelnutzung natürlich nicht in die Förderung des Landes passt. Darüber sei auch schon mit der Bezirksregierung gesprochen worden. Folglich müsse die Stadt die Finanzierung übernehmen, die allerdings, so rechnete Johann Prümers noch einmal vor, wesentlich günstiger wird als die ursprünglich einmal kalkulierten Kosten. „80 000 Euro ist eine realistische Schätzung“, sagte Prümers. 20 000 Euro davon würden die Landwirte sogar aus eigener Tasche zahlen, damit sie ihr Ziel, eine Verbindung zu bekommen, endlich realisieren können.

„Man kann unsere Interessen nicht außen vor lassen“, appellierte auch Gerd Meinikmann mit Nachdruck an die zuständigen Stellen beim Land, beim Kreis und bei der Stadt, die Bitte der Landwirte zu unterstützen, eine Doppelnutzung zuzulassen. Eine Verbindung zwischen Hollich und Sellen sei in Folge des Strukturwandels nötiger denn je. Das will der LOV in den nächsten Tagen den Parteien noch einmal ganz deutlich machen. Erst am Montag haben dazu mit FDP und CDU bereits Gespräche stattgefunden. Die SPD hat eine Doppelnutzung bereits abgelehnt. Beim Kreis Steinfurt wird derweil noch geprüft, ob eine Doppelnutzung die Fünf-Sterne-Kategorie gefährdet. Kubendorff wiederholte, dass er nichts unternehmen werde, was Einstufung und Qualität gefährden werde.

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