Steinfurt
Alleenradweg: Kein Platz für Trecker

Mittwoch, 23.09.2009, 11:09 Uhr

Burgsteinfurt - Auf dem Alleenradweg ist kein Platz für Trecker und andere landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Mehrheit der Mitglieder im Planungsausschuss (die FDP ausgenommen) stimmte am Dienstagabend gegen eine Parallelnutzung. Auch, weil die Kosten für eine dann notwendige zweite Spur zu teuer wären. „In diesem Fall müssten wir mit 300 000 Euro rechnen, die die Stadt zu zahlen hat“, wagte Steinfurts Technischer Beigeordneter eine erste Schätzung. Gebaut werden könnten mit diesem Geld rund 700 Meter Wirtschaftsweg. Die von den Burgsteinfurter Landwirten (sie wollen den Weg mitnutzen) genannten Mehrkosten von 50 000 Euro seien unrealistisch. Das erklärte auch Kreisbaudirektor Franz Niederau, der in die Sitzung gekommen war, um noch einmal die Position des Kreises deutlich zu machen.

„Wir werden von unseren bisherigen Planungen nicht abweichen, Kompromisse ausgeschlossen“, so Niederau. „Es ist unmöglich, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge den Radweg mitbenutzen“, sagte der Kreisbaudezernent und hatte auch eine Begründung dafür: „Wir müssten in diesem Fall Fördergelder zurückzahlen.“ Und das wolle natürlich keiner. Denkbar wäre deshalb nur eine Parallelspur, die sich direkt an den Radweg anschließe. Niederau: „Baulich aber getrennt.“ Dieser Lösung würde der Kreis zustimmen, signalisierte Niederau. Die Kosten müsse allerdings allein die Stadt übernehmen: „Wie bei jedem anderen Wirtschaftsweg auch.“ Entschieden werde über das Projekt letztendlich in Düsseldorf.

Wer sich von den Politikern Hoffnungen auf einen Zuschuss dafür gemacht hatte, wurde gleich anschließend enttäuscht. „Förderfähig ist der Wirtschaftsweg nicht.“ Dass die Zeit ein wenig dränge, verschwieg Niederau im Ausschuss auch nicht: „Wir wollen mit dem Alleenradweg im nächsten Jahr fertig sein.“

Die enormen Kosten vor Augen, stellte sich für Willi Wobbe (FWS) die Frage: „Gibt es Vorstellungen, wie wir diese Summe finanzieren sollen?“ CDU und SPD waren sich, losgelöst von den 300 000 Euro, die im Raum standen, einig: „Wir wollen keinen Schwerlastverkehr auf dem Radweg“, erklärte SPD-Mann Hans-Dieter Makus. Auch nicht, wenn, wie von den Landwirten zugesagt, dort nur montags bis freitags gefahren werde.

Günther Hilgemann von den Liberalen sah sich im Ausschuss mit einer neuen Sachlage konfrontiert: „Knackpunkt ist doch, ob wir uns den zusätzlichen Wirtschaftsweg leisten können.“ Sein Vorschlag, darüber noch einmal intensiv nachzudenken, wurde jedoch von den anderen Fraktionen im Planungsausschuss abgelehnt. Auch, weil das städtische Geld zurzeit für andere Dinge ausgegeben werden müsse. „Wir wollen in Sporthallen und Mensen investieren“, machte Makus deutlich, wo Handlungsbedarf bestehe.

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