Steinfurt
Das Buch ist zu

Steinfurt -

Für Friedel Wieland und Heribert Frank ist das Buch jetzt zu. Einstimmig hat die Gesellschafterversammlung der Steinfurter Stadtwerke dem ehemaligen Aufsichtsrat und seinem Stellvertreter Entlastung erteilt. Damit, so sind beide erleichtert, sind alle Verdächtigungen vom Tisch, die gegen sie während des Stadtwerke-Skandals im April 2008 erhoben worden waren.

Freitag, 19.02.2010, 16:12 Uhr

Wieland und Frank waren nach den Finanz-Eskapaden des damaligen Stadtwerke-Chefs Wilhelm Schulz in die Schusslinie geraten, ihre Aufsichtspflicht verletzt und daraus Vorteile genommen zu haben. Um einen Neuanfang bei den Stadtwerken nicht im Wege zu stehen, waren sie von ihren Ämtern zurückgetreten, hatten aber schon damals betont, dass der Rücktritt keinesfalls als Schuldeingeständnis zu werten sei und sie sich im Verlauf ihrer Amtszeit korrekt verhalten hätten. Das hätte im übrigen auch die drei Untersuchungen durch die Wirtschaftsprüfer KPMG, Dr. Hailmeier & Partner sowie das Steinfurter Rechnunsprüfungsamt ergeben.

„Das bestätigt nun auch die Gesellschafterversammlung durch ihr einstimmiges Votum“, sind Wieland und Frank Bürgermeister Andreas Hoge dankbar, dass das Stadtoberhaupt dieses Sitzungsergebnis im Rat öffentlich gemacht hat. Wieland: „Das war für uns eine ganz wichtige Feststellung.“

Was das in diesem Zusammenhang angestrengte Strafverfolgungsverfahren angeht, so hat der Bürgermeister darauf hingewiesen, dass zu keinem Zeitpunkt von der Staatsanwaltschaft Münster gegen Wieland und Frank ermittelt worden sei. Lediglich das Verfahren gegen eine Schlüsselfigur des Skandals, den münsterischen Universitätsprofessor Dr. Manfred Krieter, sei noch anhängig.

(Hinweis der Redaktion: Die seinerzeitigen Anschuldigungen gegen Prof. Dr. Krieter haben sich nach juristischer Prüfung als gegenstandslos herausgestellt. Sämtliche Ermittlungen gegen ihn sowie auch das Disziplinarverfahren wurden eingestellt.)

„Der gegen uns von einigen Mitgliedern des Rates der Stadt Steinfurt erhobene Vorwurf der Vertuschung ist aufgrund protokollarischer Zeugenaussagen von Mitarbeitern der Stadtwerke und weiterer Aktenbelege eindeutig widerlegt“, sind Wieland und Frank froh, dass ihre Glaubwürdigkeit nicht weiter in Frage gestellt werden muss. Abschließend erklären sie: „Es ist bemerkenswert, dass von den fünf damaligen Aufsichtsratsmitgliedern lediglich die beiden politischen Beauftragten Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung wurden, obwohl alle fünf gleichermaßen involviert waren.“ Weiter Öl ins Feuer gießen wollen Wieland und Frank aber nicht. Wie beschrieben: Für sie ist das Buch jetzt zu.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/294897?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F701971%2F701998%2F
Nachrichten-Ticker