Steinfurt
Dachbodenfund aus Burgsteinfurt

Dienstag, 09.02.2010, 14:02 Uhr

Burgsteinfurt / Bevergern - Auf dem Dachboden eines alten Hauses am Markt in Burgsteinfurt entdeckte Steinmetz Werner Paetzke von den Restaurierungswerkstätten Natursteinarbeiten/Wasserstrahlschneidtechnik in Bevergern ein etwa 400 Jahre altes Wellrad , auch Seilwinde. Das Wellrad diente dazu, das Heben von schweren Lasten zu erleichtern. So kann man zum Beispiel mit dem Wellrad aus Burgsteinfurt eine Last von 150 Kilogramm mit dem minimalen Kraftaufwand von nur 26 Kilogramm anheben. Mithilfe dieser Wellräder wurden sogar gotische Kathedralen errichtet.

Bis zur Industrialisierung im 18. Jahrhundert waren Wellräder das einzige probate Hilfsmittel, mit dem man schwere Lasten einfach heben konnte. Das Geheimnis ist die Formel „Kraft mal Hebelarm“.

Karl Artmeyer aus Riesenbeck, der noch den seltenen Beruf des Stellmachers von der Pike auf erlernt hat, erklärte sich sofort bereit, das historische Wellrad zu restaurieren. Mit Liebe und Akribie ersetzte Karl Artmeyer verlorene Speichen und Teile der Welle genau nach historischem Vorbild. Mit der gleichen Technik wie die alten Stellmacher arbeitete Artmeyer. Er musste spezielles, spaltbares Eichenholz besorgen, das für diesen Restaurierungszweck geeignet war. Karl Artmeyer bescheinigte den Stellmachern, die vor etwa 400 Jahren dieses eichene Wellrad hergestellt haben, allerhöchstes handwerkliches Können. Zukünftig soll dieses einmalige Wellrad so ausgestellt werden, dass es besichtigt werden kann.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/297995?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F701971%2F701998%2F
Nachrichten-Ticker