Steinfurt
Freimaurer ziehen ins Beifang-Haus

Dienstag, 23.02.2010, 22:02 Uhr

Burgsteinfurt - Die Freimaurerloge „Ludwig zum flammenden Stern“ zieht ins Huck-Beifang-Haus an der Hahnenstraße - und bewahrt damit den Steinfurter Kunstverein vor dem Zwangsumzug. Der drohte den Kunstfreunden, weil die Volkshochschule das 1604 erbaute Huck-Beifang-Haus künftig nicht mehr benötigt; sie bekommt die inzwischen freie Etage über dem Stadtmuseum .

Hans Rocker , Stuhlmeister (1. Vorsitzender) der Burgsteinfurter Loge (übrigens der einzigen im Kreis Steinfurt ), freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Kunstverein und die Möglichkeiten, die sich durch die neue Adresse eröffnen: „Wir werden dadurch viel präsenter in der Stadt.“ Der Umzug ins neue Haus steht für April auf dem Programm. Bislang halten die Freimaurer ihre Treffen und Vorträge vorwiegend im Bagno-Restaurant ab. Im Huck-Beifang-Haus aber werden die Freimaurer auch Gelegenheit haben, ihr Werken und Wirken umfassender darzustellen. Den besten Anlass dazu bietet das Jahr 2010, in dem „Ludwig zum flammenden Stern“ sein 225-jähriges Bestehen feiern wird. Dazu wird eine Ausstellung vorbereitet, die auf großen Bildtafeln über die Freimaurerei und die Geschichte der Burgsteinfurter Loge informiert.

Der Kunstverein ist verständlicherweise heilfroh über diese Lösung. „Wir sind schon lange im Gespräch“, sagt Geschäftsführerin Marie-Luise Biesterfeld und winkt auf die Nachfrage ab: „Ach was, wir haben doch keine Berührungsängste.“

Am 22. November 1785 gründete August Siegfried Wilhelm von Goué, ein Jugendfreund Goethes, Schriftsteller und Kommandeur der Wache des Bentheim-Steinfurter Grafen Ludwig, die Loge mit deutsch-niederländischen Mitgliedern auf, wie sie auch heute eine internationale Zusammensetzung hat. Um 1800 aber verlieren sich die Logenspuren, obwohl „Ludwig zum flammenden Stern“ noch damals im Verzeichnis der Großloge der Niederlande zu finden war. Mitglieder der alten Loge halfen bei Neugründungen in Deutschland, Niederlande und Dänemark. 1983 begann die Wiedergründung auch wieder mit Mitgliedern aus Deutschland und den Niederlanden. „Es ist immer unser Ziel gewesen, über Grenzen hinweg freundschaftliche Beziehungen zur europäischen und der Welt-Bruderkette zu pflegen“, ist auf der Internetseite der Loge zu lesen. Eine ihrer wesentlichen Aufgaben ist es, eine geistige Heimat für die in der Nähe wohnenden Freimaurer und interessierte Herren zu schaffen. Mit dem der Loge angeschlossenen Wohltätigkeitsverein „Elephant Steinfurt e.V.“ wird in der Öffentlichkeit die humanitäre Gedankenwelt der Freimaurer umgesetzt.

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