Steinfurt
Brücke von 1878 verschwindet

Dienstag, 06.07.2010, 18:07 Uhr

Burgsteinfurt - Gestern gegen Mittag haben nur noch die beiden Flügelwände mit den Widerlagern gestanden. Ein ungewöhnlicher Anblick am Veltruper Kirchweg . Dort ist die Eisenbahnbrücke der ehemaligen Verbindung Oberhausen-Rheine im Zuge des Ausbaus des zweiten Abschnitts für den Bahntrassenwegs von Burgsteinfurt nach Horstmar abgebrochen worden. Sowohl die Stadt als auch den Kreis hatten eine Sanierung oder einen Neubau wegen der Kosten abgelehnt. So ist ein jahrzehntealtes Nadelöhr für den Verkehr verschwunden. Im Herbst soll der Abschnitt zwischen Johanniterstraße und Blocktor zur Tempo-30-Zone ausgebaut und damit vor allem für Kinder auf dem Weg zur Schule sicherer werden. Knapp 220 000 Euro sind dafür im Steinfurter Haushalt veranschlagt.

Doch zunächst ist mit Schweißbrennern die geschraubte, zehn Tonnen schwere Konstruktion in vier Teile zerlegt worden. Ein Bagger wuchtete sie dann aus ihren Lagern. In den nächsten Tagen werden die Betonwände abgerissen. Links und rechts der Bahnkörper wird dann bis zu 20 Meter Erdreich abgetragen. Wie Stefan Overberg von der Stadt Steinfurt gestern mitteilte, wird der Rückbau voraussichtlich bis 14. Juli (Mittwoch) andauern. Der Veltruper Kirchweg wird daher zwischen der Kreuzung Johanniterstraße und der Einmündung am Laudamm voll gesperrt. Ein Umleitung wird ausgeschildert.

Geplant ist, an dieser Stelle für die Radfahrer eine neue Rampenanlage für die Auf- und Abfahrt zu bauen. Mit diesen Arbeiten wird voraussichtlich im Herbst begonnen. Wie der zuständige Planer beim Kreis Steinfurt, Dipl.Ingenieur Rik Fehr , auf Nachfrage zum Baufortschritt erklärte, werden entlang der Strecke jetzt zunächst insgesamt 14 Brücken saniert. Bei den Bauwerken handelt es sich überwiegend um Gewölbebrücken, die, wie die Überführung am Veltruper Kirchweg von 1878, Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden sind. Wie Fehr anfügte, müssen neben umfangreichen Erdarbeiten überwiegend Abdichtungen vorgenommen und neue Geländer gebaut werden. Den Auftrag hat das Burgsteinfurter Bauunternehmen Arning erhalten.

In den vergangenen Wochen sind, so Fehr weiter, teilweise auch schon neue Bepflanzungen und Sichtschutz angelegt worden. Für den Schutz der bedrohten Zauneidechsen (wir berichteten) wurden Rückzugsflächen mit Tothölzern, Sandlinsen und Schotter abseits der Strecke aufgeschüttet.

Sobald die Brückensanierung abgeschlossen ist, wird mit dem Fahrbahnbau begonnen, erläuterte Fehr die weitere Terminplanung. Ziel ist es, bis zum Jahresende auf Burgsteinfurter Gebiet zumindest den Abschnitt von der Wettringer Straße (B 499) bis zum Bahnhof fertigzustellen.

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