Steinfurt
Was Frauen wollen

Borghorst - Hunderte Mieder, Dessous, Stoffe, Entwürfe, Badeanzüge und Bikinis liegen auf Tischen, Ablagen und hängen an den Kleiderstangen. Eine echte Reizüberflutung. . . Nicole und Thomas Cloppenburg schmunzeln. „Wir arbeiten gerade an der Kollektion für das nächste Jahr“, erklärt die Geschäftsführerin. Das Ehepaar hat sich auf die Herstellung von Dessous und Mieder...

Dienstag, 14.06.2011, 00:06 Uhr

Borghorst - Hunderte Mieder , Dessous , Stoffe, Entwürfe, Badeanzüge und Bikinis liegen auf Tischen, Ablagen und hängen an den Kleiderstangen. Eine echte Reizüberflutung. . . Nicole und Thomas Cloppenburg schmunzeln. „Wir arbeiten gerade an der Kollektion für das nächste Jahr“, erklärt die Geschäftsführerin. Das Ehepaar hat sich auf die Herstellung von Dessous und Mieder spezialisiert und das für große Größen. Auch im Bereich Gesundheit stellen sie Produkte her: BHs mit Prothesen oder Slips für leichte Inkontinenz, die perfekt sitzen und gut aussehen sind nur zwei Beispiele. Als Standort für ihre Firma „Pur Sens“ haben sie sich 1994 für die frühere Textilhochburg Borghorst entschieden. Gegenüber vom Bahnhof entstehen die Designs, Skizzen und Muster. Produziert wird in Nordafrika, Tunesien. Wenn sie neben dem ganzen Geschäftskram ein bisschen Zeit hat, skizziert Nicole Cloppenburg auch selbst. Doch schon im Juli geht es nach Paris - eine große Messe wartet. Im ersten Stock wird genäht. Hier entstehen die Muster, die danach rund 30 Frauen Probe tragen. „Sie sagen dann ob alles gut sitzt, oder ob etwas geändert werden muss“, erklärt die Geschäftsführerin. Die Nähmaschinen rattern, das Bügeleisen dampft. Es ist ein langer Weg von der zweidimensionalen Skizze auf dem Papier bis hin zum dreidimensionalen BH, den frau im eigenen Outlet neben der Post kaufen kann. Stefanie Schriewer näht gerade. Durch genaue Maßgaben weiß sie, welchen Stoff sie nehmen muss. Erste Teile liegen schon fertig auf dem Tisch. Erst am Ende wird alles zusammengenäht. Ob breitere Träger, die nicht rutschen, drücken oder kneifen - Cups, die unten und an den Seiten verstärkt mehr Halt geben - oder Streifen Stoff über den Cups, damit beim Sport nichts rausfällt - was genau am Ende entsteht, ist für den Laien noch nicht zu erkennen. Auch Marketing, Vertrieb, Design und Technologie sind in dem Gebäude, auf dem groß „Dessous dessus“ (zu Deutsch: drunter und drüber) steht, untergebracht. 28 Mitarbeiter kümmern sich um den reibungslosen Ablauf. Schließlich entstehen die Kollektionen bereits ein Jahr vorher. Diese erscheinen dann unter den Marken „Dessous dessus“ (verspielte Produkte), „Pur Sens“ (Funktionswäsche), „Miribel“ (eine günstigere Marke) und „Mieder Macher Münsterland“ (Maßkonfektion). So soll für Jung und Alt, für alle Größen und für jedes Portemonnaie etwas dabei sein. BHs bis Größe 125 G stellt die Firma her. 125 ist der Umfang (Unterbrustgröße) und G ist die Cup-Größe. In diesem Fall größer als ein Fußball. Damit alles sitzt, hält, nicht drückt und wenn möglich auch noch gut aussieht - und das den ganzen Tag - sind teilweise Spezialkonstruktionen nötig. „Wir können auch nach Maß schneidern“, erklärt Nicole Cloppenburg. Es ist nicht leicht, den passenden BH zu finden, das ist schwieriger als Mann denkt. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die einen guten BH ausmachen. Der richtige Sitz und die richtige Passform sind wichtig. Viele Gedanken über die Entwürfe und die Probe-Trägerinnen helfen, den perfekten Sitz zu garantieren und herauszufinden, was Frauen wirklich wollen.

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