Neues Schild für Albert Heimann
Bürgerschützen wollen an jüdischen Viehhändler erinnern / Majestätenempfang im Rathaus

Steinfurt -

Alfons Abeln kennt sich aus. Schließlich ist er seit Ewigkeiten Schützenbrüder. In Garrel, im Oldenburger Münsterland. Und da wird ordentlich gefeiert – und getrunken. Wie so ein Schützenfest dort abläuft, davon berichtete er am Freitagabend den Steinfurter Majestäten und Vereinsvorsitzenden beim traditionellen Empfang im Rathaus. „Am dritten Schützenfesttag ist meine Frau, wie mein Gewehr: geladen.“ Und Alfons Abeln plauderte gerne noch weiter aus dem Nähkästchen, wohl auch, weil ihm viele zuhörten.

Sonntag, 23.10.2011, 14:10 Uhr

Doch es war nicht nur amüsant am Freitagabend, es gab auch Nachdenkliches. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Hoge, schaute Borghorsts Vereinigten-Präsident Alfred Voges zurück auf die vergangenen Monate.
Und er kündigte an, dass Goldschmiedemeister Werner Bülter ein neues Königsschild für Frieda und Albert Heimann gestiftet hat. Das jüdische Ehepaar war 1920/21 Königspaar der Bürgerschützen gewesen, wie Josef Bergmann von der Initiative „Stolpersteine“ her­ausgefunden hatte (die WN berichteten). Doch trotz intensiver Recherchen blieb das Schild für die Königskette bislang unauffindbar. „Um an das Königspaar zu erinnern, wird in der Woche der Brüderlichkeit im März das neue Schild feierlich an die Bürgerschützen überreicht“, sagte Voges.
Für das kommende Jahr versprach der Präsident den Schützen und Karnevalisten schon mal spannende Festtage. Gleich mehrere große Veranstaltungen werden gefeiert: Die Wilmsberger bejubeln ihr 400-jähriges Bestehen, genauso wie die Ostendorfer. Wer das neue Dreigestirn sein wird, das Geheimnis wird am 12. November gelüftet. Fakt ist nur: Es wird aus den Reihen der Patrioten kommen.
Dass es nicht immer einfach ist, Veranstaltungen zu organisieren, ließ Voges in seiner Rede nicht unerwähnt: „Die Auflagen steigen leider immer noch.“ Damit bat Voges Bürgermeister Andreas Hoge indirekt um Unterstützung von Seiten der Stadt – wenn möglich.
Nach all den Reden und Alfons Abelns Vortrag ging’s runter ins Rathausfoyer. Um Erinnerungsfotos zu machen, aber auch, um auf Einladung des Bürgermeisters zu essen und zu trinken.

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