Steinfurt
Vom miefigen Landleben nach dem Krieg

Mittwoch, 19.10.2011, 12:10 Uhr

Steinfurt - Eine Lesung, an der Schüler aus verschiedenen Bildungsgängen teilnahmen, fand in den Wirtschaftsschulen des Kreises Steinfurt statt. Im Pädagogischen Zentrum hatten sich Schüler aus der gymnasialen Oberstufe, der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen und Kaufmännische Assistenten eingefunden.

Mit allen ging der Autor Dr. Heinrich von der Haar mit seinem Roman „Der Himmel brennt“ auf eine kleine Zeitreise:

Von der Haar hat nicht nur seine eigene Vergangenheit beleuchtet. Er ist 1948 auf einem Bauernhof in Hopsten geboren worden und mit zehn Geschwistern aufgewachsen. Das Abitur absolvierte er nach einer Banklehre auf dem bischöflichen Kolleg in Münster. Sein Studium der Sozialwissenschaft, Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik schloss er mit der Promotion ab. Er lebt in Berlin.

Diesen Weg konnten nicht so viele gehen. Die Schüler erfuhren von den Vorurteilen gegenüber Landkindern, die oft nur Platt sprechen konnten. Es gab zu der Zeit noch prügelnde Lehrer und Eltern. Kinder wurden als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Auf der Strecke blieben Bildung und eigene Entwicklungsmöglichkeiten. Jedenfalls bei vielen, von denen der Autor berichtete.

Einerseits liest sich von der Haars Roman als eine Bewältigung schwieriger Kindheitserlebnisse und bietet auch so Identifikationsmöglichkeiten an. Andererseits zeigt er historisches und aktuelles Material, um sich mit der Kinderarbeit in Deutschland auseinanderzusetzen. Die Schüler reagierten persönlich berührt und gleichzeitig auch kreativ, weil sie den Fragen des Autors folgten.

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