Platzverweis hätte gereicht
Kletteraktivistin Lecomte siegt vor dem Oberverwaltungsgericht

Burgsteinfurt -

Vier Jahre nach ihrer Protestaktion an der Bahnlinie Gronau-Münster gegen Atommülltransporte nach Russland hat das Oberverwaltungsgericht Münster der Berufung der unter dem Spitznamen Eichhörnchen bekannten französische Kletteraktivistin Cécile Lecomte stattgegeben, dass sie zu Unrecht in Gewahrsam genommen worden ist. Lecomte hatte sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar über den Gleisen in Höhe der Burgsteinfurter Bauerschaft Sellen an Seile gehängt. Eine Spezialeinheit der Bundespolizei beendete die Aktion nach über sechs Stunden und ließ die Aktivistin nach vier Stunden frei.

Dienstag, 13.12.2011, 21:12 Uhr

Bereits im März 2009 hatte das Verwaltungsgericht Köln den Freiheitsentzug für teilweise rechtswidrig erklärt. Das Steinfurter Amtsgericht hatte Lecomte drei Monate später vom Vorwurf der Nötigung freigesprochen.

Das OVG hat nun geurteilt, dass die Festnahme „von Beginn an“ nicht zulässig war. Ein Platzverweis hätte ausgereicht. „Wer um sein Recht kämpft, muss einen langen Atem haben“, freute sich Lecomte über die Entscheidung. Eine Revision wird nicht zugelassen.

Lecomte kündigte an, ihren „fantasievollen“ Protest fortzusetzen – auch gegen die anstehenden Castortransporte von Jülich nach Ahaus.

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