Vorgeschmack auf die Ewigkeit
Westfälischer Kammerchor improvisiert engelsgleich in der Nikomedeskirche

Borghorst -

Trotz der starken Konkurrenz in Form des Tölzer Knabenchores jenseits des Buchenberges hatte es der Westfälische Kammerchor in der Nikomedeskirche am Samstag nicht schwer, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Der überaus kultivierte Chorklang vom ersten Ton an hielt sich über das gesamte Konzert, das Markus Lehnert mit festlichem Orgelspiel in der stimmungsvoll in Kerzenlicht getauchten Kirche eröffnete.

Freitag, 16.12.2011, 10:12 Uhr

Zwar war wegen Erkrankung mehrerer Chormitglieder das Programm etwas reduziert worden, aber die größte Lücke konnte der Chor aus eigenen Reihen besetzen: Der ebenfalls erkrankte Leiter Markus Föhrweißer hatte den Dirigentenstab kurzfristig an Chorsänger Johannes Krabbe abgegeben, der seinerseits langjähriger Leiter des Kammerchores der Musikschule Steinfurt ist.

So war der Chor in guten Händen. Homogen und durchsichtig musiziert wirkten die bis ins zarteste Pianissimo ausgezogenen Passagen der traditionellen Weihnachtslieder, die eher durch dynamische Ausdifferenzierung bestachen als durch interessante Satztechnik. Die leuchtete bei Trond Kvernos „Ave Maris Stella“ auf, in dem der norwegische Komponist zarte Kantilenen neben stark rhythmische, fast gesprochene Passagen stellt und mit gregorianischen Klängen kombiniert. Im typisch skandinavischen Duktus mit nebeneinanderliegenden, aufblühenden Klängen und viel Zeit, um den langen Nachhall im Kirchenraum auszukosten, kam das „O Nata Lux“ von Morton Lauridsen daher, dessen nicht enden wollender Schlusston schon auf die himmlische Ewigkeit verwies. Den engelsgleichen A-Capella-Gesängen des Chores stellte Markus Lehnert an der Orgel zwischendurch englische Komponisten zur Seite, jeweils den Charakter des vorangegangenen Stückes aufgreifend und in nuancenreicher Registrierung weiterentwickelnd.

Der langanhaltende Beifall wurde mit einer Zugabe belohnt.

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