LOV-Vorsitzender macht den Weg frei für die nächste Generation
Johann Prümers sagt „Guet gaohn“

Burgsteinfurt -

22 Jahre lang war er die Galionsfigur der Burgsteinfurter Bauern; jetzt tritt LOV-Vorsitzender Johann Prümers ab und macht den Weg frei für die nächste Generation.

Donnerstag, 09.02.2012, 15:02 Uhr

LOV-Vorsitzender macht den Weg frei für die nächste Generation : Johann Prümers sagt „Guet gaohn“
Die einen gehen, die anderen kommen und gestalten die Zukunft der Landwirtschaft in Burgsteinfurt ( Foto: Hans Lüttmann

Man kann Henning Stoyke nur wünschen, dass ihm die Schuhe halbwegs passen, die Johann Prümers ihm hingestellt hat. Sie sind groß, sehr groß, denn die Fußspuren, die Prümers hinterlässt, sind eine Nummer für sich. Nach 22 unermüdlichen Jahren legt die Galionsfigur der Burgsteinfurter Bauern den LOV-Vorsitz in jüngere Hände. Und noch eine wichtige Personalie ist von der LOV-Sitzung bei Korthus zu vermelden: Gerd Meinikmann gibt seinen Posten als Ortslandwirt auf, ab dem nächsten Ersten übernimmt Werner Prümers dieses Amt.

Überhaupt standen Wahlen im Mittelpunkt der Versammlung. Aber mit Kreislandwirt Hermann Borchert hatten die Bauern einen Wahlleiter, der launig, zügig und routiniert mit Namen, Listen und En-bloc-Abstimmungen umzugehen wusste. Daraus noch diese beiden Stellvertreternamen: Norbert Meinikmann steht dem neuen Ortslandwirt zur Seite und Hendrik Hesseler dem Neuen an der LOV-Spitze.

Nach den unvermeidlichen Regularien holte Johann Prümers wieder aus zu seiner unverzichtbaren Darlegung kommunalpolitischer Fragen aus Sicht der Landwirtschaft und sprach über die Westtangente („Brauchen wir nicht. Wenn sie von Zuwegung zur FH reden – warum machen sie keinen neuen Standort auf?“), Flögemannsesch („Die Normenkontrollklage gegen die Stadt ist eingereicht.“), den drohenden Engpass alte B 54, die geplante 350-KV-Leitung („Im Boden ist die siebenmal so teuer, und Landwirtschaft wird auf einer 30 Meter breiten Schneise unmöglich.“) und die Entwicklung des Windparks Hollich und Sellen: „Wenn es optimal läuft, könnten zehn neue Anlagengebaut werden“, sagte Prümers, verwies aber darauf, dass die zahl nicht unbedingt ausschlaggebend sei, weil im Zuge des Repowerings inzwischen leistungsstärkere Windräder die Anlagen der ersten Generation ersetzen. Derzeit drehen sich in Hollich 19 Windräder, zwei davon repowered.

Und noch ein allgemeines Anliegen musste der scheidende LOV-Chef loswerden, weil es das Ansehen der Landwirte betrifft: Man solle, so Prümers, selbstbewusster auftreten und sich gegen jene stellen, die Landwirtschaft in eine museale Ecke stellen wollen: „Wir sind ein starker Wirtschaftsfaktor vor Ort und in der Region.“

Der aber immer mehr Fläche verliert, weswegen an dem Abend auch eine Petition des Deutschen Bauernverbandes zum Unterzeichnen herumgereicht wurde, in der gefordert wird: „Der Bundestag möge beschließen, dass auf gesetzlichem Wege landwirtschaftliche Nutzflächen als unvermehrbare Produktionsgrundlage zur Ernährungssicherung und für nachwachsende Rohstoffe geschützt werden. Ferner möge der Bundestag die Regierung beauftragen, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den Flächenverbrauch durch Überbauung sowie durch Ausgleichsmaßnahmen zu reduzieren.“

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