Astrid Köninck feiert Doppelerfolg beim Bundeswettbewerb der DLG
Meister-Melkerin im Kuh-Karussell

Burgsteinfurt -

Die Milch kommt aus der Tüte, kann man meinen, liegt aber natürlich völlig falsch damit. Was vorher geschieht, weiß kaum eine besser als Astrid Köninck aus Sellen: Beim Bundesmelk-Wettbewerb hat sie eindrucksvoll gezeigt, dass , denn sie kennt sich aus mit Melkzeug, Milch und dem Kuh-Karussell.

Mittwoch, 25.04.2012, 21:04 Uhr

Astrid Köninck feiert Doppelerfolg beim Bundeswettbewerb der DLG : Meister-Melkerin im Kuh-Karussell
Astrid Köninck kennt jede der fast 70 Kühe auf dem Hof in Sellen mit Namen; täglich müssen sie zweimal gemolken werden. Foto: Hans Lüttmann

Wer seine Milch im Supermarkt und nicht beim Bauern kauft, der hat wahrscheinlich noch nie eine Kuh im Karussell gesehen oder im Fischgrätenstand. Aber genau da hinein müssen die Kühe, wenn sie gemolken werden wollen; und das wollen sie, frühmorgens und am Abend. Und wer, wie Astrid Köninck , zweimal am Tag fast 70 Kühe zu melken hat, kennt jeden Handgriff aus dem Effeff. Wie gut sich die 20-jährige Sellenerin mit ihrem Metier auskennt, stellte sie jetzt im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse im Kreis Soest unter Beweis, wo sie beim Melkwettbewerb im Dreier-Team den ersten Platz belegte und damit eine der besten deutschen Melkerinnen ist.

Das Team aus NRW, neben Astrid Köninck molken auch Christa Wolzenburg aus Goch und Johannes Henkelmann aus Wadersloh, gewann im Melk-Karussell den Mannschaftswettbewerb für Nordrhein-Westfalen vor Sachsen und Schleswig-Holstein . Astrid Köninck belegte darüber hinaus in der Kategorie Fischgräten-Melkstand den dritten Platz.

Drei Tage lang mussten 36 Nachwuchskräfte im Alter von 16 bis 25 Jahren aus ganz Deutschland mussten beweisen mussten beweisen, wie gut sie mit moderner Melktechnik umgehen können. Bewertet wurden die praktische Melkarbeit im Melkstand, die Milchhygiene und Eutergesundheit sowie Fachkenntnisse zur Milchproduktion.

Schon mit neun Jahre stand Astrid Köninck im Melkstand, auf einer Sprudelkiste, weil sie anders nicht an die Zitzen reichte. Aber es dauerte noch ein paar Jährchen, bis ihr klar wurde, dass Landwirtschaft genau ihr Ding ist. Und weil ihr älterer Bruder ganz andere Wege geht, wird Astrid

Köninck später auch den Hof über­­nehmen. Bis dahin ist aber noch Lernen angesagt, weshalb sie nach ihrer Landwirtschaftslehre und einem Praxisjahr seit vergangenen Herbst die Fachschule für Agrarwirtschaft in Münster besucht.

In Nordrhein-Westfalen melken noch etwa 8100 Landwirte, die 392 500 Kühe in ihren Ställen und auf der Weide halten. Eine Kuh gibt hier durchschnittlich mehr als 7400 Liter Milch im Jahr. Die romantische Vorstellung vom Melken auf der grünen Wiese und der fröhlich vor sich hinsummenden Bäuerin auf einem kleinen Holzschemel verflüchtigt sich sofort, wenn man eine modernen Melkanlage betritt. Dort sieht man am häufigsten, wie bei Könincks, einen Fischgräten-Melkstand (die Kühe stehen schräg zur Melkgrube) oder ein Karussell (die Kühe betreten eine rotierende Plattform, an der die Melkzeuge installiert sind).

Ja, wenn es nur das Melken wäre morgens und abends – aber Milchviehhaltung heißt bei Könincks außer frühem Aufstehen eben auch noch Siloarbeit, Kälber füttern, 55 Hektar Maisland beackern und vieles andere mehr.

Und trotzdem bleibt noch Zeit für die Freunde? „Klar“, sagt Astrid Köninck, als wäre das das Selbstverständlichste auf der Welt. Selbstverständlich würde sie auch gerne beim nächsten Wettmelken (2014 in Schleswig-Holstein)wieder antreten – aber nur als Vormelkerin, die den Wettbewerbern vorgibt, wie geschickt man sich anstellen kann zwischen den Fischgräten oder im Kuh-Karussell.

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