Gründungskanzler Hans Michatsch ist tot
Visionär der Fachhochschule

Steinfurt / Münster -

Im Alter von 80 Jahren ist Hans Michatsch verstorben. Er war der Gründungskanzler der Fachhochschule Münster – ein Visionär, kein Verwalter.

Montag, 30.04.2012, 16:04 Uhr

Gründungskanzler Hans Michatsch ist tot : Visionär der Fachhochschule
Hans Michatsch ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Foto: FH Münster

Er war Visionär, kein Verwalter. Er legte den Grundstein dafür, dass die Fachhochschule sich nicht nur in der Hochschullandschaft etabliert hat, sondern eine Spitzenstellung einnimmt. Am Montag ist FH-Altkanzler Hans Michatsch im Alter von 80 Jahren vestorben.

Der Name Michatsch ist untrennbar mit der FH verbunden – und das, obwohl seine erste berufliche Station den Juristen 1963 zunächst zum Regierungspräsidenten in Münster führte. Dort übernahm er 1965 die Leitung des Besoldungsdezernates. 1971 wurde er zur FH Münster abgeordnet und ein Jahr später zum Gründungskanzler bestellt.

Sein Ziel war es zu Beginn, den akademischen Rahmen der jungen Hochschule auszugestalten und den neuen Hochschultypus in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen. Früher als die meisten anderen Fachhochschulen initiierte die FH unter Michatsch die Gründung eines Fördervereins, die Errichtung eines Akademischen Auslandsamtes und eine Stelle für den Forschungstransfer. Er vernetzte darüber hinaus die Fachhochschulen in Deutschland . Auf seine Initiative hin gründete sich mit einem ersten Treffen in Münster die sogenannte Kanzler AG auf Bundesebene, der er auch lange vorstand.

Von Beginn an setzte er sich für eine internationale Ausrichtung der Hochschule ein. In seine Amtszeit fiel die Begründung des European Business Programme am Fachbereich Wirtschaft. Lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs etablierte Michatsch eine bis heute lebendige Zusammenarbeit mit Hochschulen im polnischen Krakau. In Steinfurt unterstützte er die Gründung des Fachbereichs Physikalische Technik, aus dem innovative Einrichtungen wie das Laserzentrum hervorgingen.

Bedingt durch den großen Raummangel der Hochschule ging Michatsch auch ungewöhnliche Wege. Als großer Coup gilt die „nächtliche Besetzung“ der Hüfferstiftung. Nachdem die orthopädische Abteilung der Universitätskliniken die Hüfferstiftung geräumt hatte, nahm Michatsch mit einem kleinen Mitarbeiterstab das Gebäude in Besitz. Bis heute sind dort die Hochschulleitung, die Zentralverwaltung und der Fachbereich Sozialwesen ansässig.

Ein weiteres Anliegen war dem früheren Verwaltungschef die Forschung. Michatsch knüpfte Kontakte zur Wirtschaft und unterstütze die Gründung von sogenannten An-Instituten. „Unser Gründungskanzler hat das Fundament dafür gelegt, dass wir heute zu den forschungsstärksten Fachhochschulen in Deutschland zählen“, würdigte FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski das Engagement Michatschs. Für den heutigen Kanzler, Dr. Werner Jubelius, steht fest, dass sein Vorgänger eine wichtige Tradition begründet hat. „Bis heute marschiert die FH bei den meisten Entwicklungen und Veränderungsprozessen vorne weg.“

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