Projekt im Offenen Ganztag der Bismarckschule
Kleine Kunstfischer werfen die Netze aus

Burgsteinfurt -

Im Offenen Ganztag der Bismarckschule fischen kleine Kinder im großen Kunstteich. Bis Ende des Jahres setzen sie sich mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten auseinander, sich kreativ auszudrücken. Jüngstes Projekt war die Erarbeitung eines Zeichentrickfilms mit Klaus Uhlenbrock.

Mittwoch, 16.05.2012, 18:05 Uhr

Projekt im Offenen Ganztag der Bismarckschule : Kleine Kunstfischer werfen die Netze aus
Lara und Annabel sind eifrig bei der Sache: Zusammen mit Elke Schmitz und Klaus Uhlenbrock arbeiten die beiden Schülerinnen des Offenen Ganztages der Bismarckschule an einem Zeichentrickfilm mit Tieren Afrikas. Foto: Drunkenmölle

Was ist Kunst? Kinder geben auf diese Frage oft ganz überraschende Antworten, wie eine von Elke Schmitz angestoßenes und von der Kreissparkasse geförderte Initiative mit Mädchen und Jungen des Offenen Ganztages an der Bismarckschule zeigt. Dort sind rund 30 Kinder damit beschäftigt, wie Fischer ihre Netze auszuwerfen, um aus einem großen Teich Dinge ans Ufer zu ziehen, mit denen sie ihre Fantasie und ihren Erfahrungsschatz bereichern und damit ihren Alltag bunter und kreativer gestalten können. Ganz nebenbei lernen sie, Initiative zu entwickeln, Ausdauer zu zeigen, Selbstorganisation, Toleranz, Entschlossenheit und soziale Kompetenzen zu üben.

Seit Oktober läuft dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Jugendhilfe als Träger des OGT und der Jugendkreativwerkstatt in der Kulturwerkstatt Altenberge und Künstlern wie Brigitte Bäumer, Andreas Laugesen, Verena Waltermann oder Klaus Uhlenbrock angetreten ist, die Neugier der „Kunstfischer“ auf alles, was mit Kunst und Kultur in Verbindung steht, zu wecken. „Kinder brauchen und wollen altersgemäße Bildungsabenteuer. Kinder wünschen sich vielseitige und spannende Projekte, die ihren Interessen entsprechen, Kinder lieben Farben, Geschichten, mediengestützte Angebote und eigentlich alle erdenklich kreativen Ausdrucksmittel“, ist Elke Schmitz vom Gelingen dieses Projekts überzeugt. „Kunst und Kultur“, so sagt sie, „dürfen kein Luxus, sondern müssen soziale Praxis sein, jedem die Möglichkeit zu bieten, die Welt zu erschließen, so früh wie möglich.“

Wie das funktioniert? „Eigentlich ganz einfach“, erklärt die Kommunikationspädagogin. „Man muss den Kindern nur den Raum und die Zeit geben, sich zu entfalten. Ein bisschen Spinnerei gehört auch dazu.“

Klaus Uhlenbrock beispielsweise hat am Dienstag mit den OGT-Kindern an einem Zeichentrickfilm über die Tiere Afrikas gearbeitet. Kinder wie Annabel oder Lara haben gezeichnet, blaue Elefanten etwa mit roten Ohren. Oder ein Nashorn, das in einem Wasserloch baden geht. Uhlenbrock hat gefilmt und wird die einzelnen Sequenzen wie in einem Zeitraffer zu einem Drei-Minuten-Streifen zusammenschneiden. Die Bilder lernen laufen. Ein Puppenfilm „Moby Dick“ und ein Gedichtsfilm mit wahren Zungenbrechern sollen folgen.

Darüber hinaus bringt Verena Waltermann am 13. Juni ihre Kamera mit in die Bismarckschule. Fotos und Interviews werden für ein Buch der „Kunst auf Augenhöhe“ gemacht. So werden die Kinder zu Autoren, Buchbindern, Illustratoren. „Sie sind die Macher, die Künstler geben Hilfestellung“, stellt Schmitz klar.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Arbeiten sollen in eine große Ausstellung münden, die Anfang 2013 in der Sparkasse eröffnet werden soll. Wenn sich noch Sponsoren finden, ist Schmitz bereit für eine Verlängerung der Projekts und viele weitere, überraschende Antworten auf die Frage: Was ist Kunst?

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