Vater und Sohn vor Gericht
„Wir haben halb Borghorst mit Drogen versorgt“

Borghorst/Rheine -

Vater und Sohn drückten gestern gemeinsam wegen Drogenhandels die Anklagebank beim Schöffengericht in Rheine. Der Vater 48 Jahre, der Sohn 21 Jahre alt. Letzterer war aber bei den Taten noch Heranwachsender, so dass das Jugendschöffengericht zuständig war. Laut Anklage sollen beide 2011 Drogen im großen Stil erworben und verkauft haben.

Donnerstag, 30.08.2012, 08:08 Uhr

Vater und Sohn vor Gericht : „Wir haben halb Borghorst mit Drogen versorgt“
Symbolbild von einem Joint und einem Päckchen Marihuana Foto: dpa

Nach einem anonymen Hinweis observierten Polizisten das Haus der Familie in Borghorst . „Wir haben sofort gesehen, dass dort ein typischer Drogen-Besucherverkehr ein- und ausging“, berichtete ein Ermittler. Daraufhin durchsuchten er und seine Kollegen die Doppelhaushälfte und stellten 138 Gramm Marihuana, 507 Gramm Haschisch und 13,23 Gramm Amphetamine sicher. Zudem fanden sie eine Videokamera, das entsprechende Zubehör zum Abwiegen und Portionieren sowie Bargeld. Nach vierstündiger Verhandlung verurteilte das Gericht den Vater zu einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung, dem Sohn konnte der Handel nicht nachgewiesen werden. Er wurde wegen des Besitzes von Drogen schuldig gesprochen. Das Gericht stellte ihn für zwei Jahre unter Bewährung. In der Zeit muss er 200 Sozialstunden absolvieren und eine Drogentherapie machen.

Der Vater räumte den Erwerb von 2280 Gramm Marihuana ein. Er habe in jungen Jahren eine steile Drogenkarriere hinter sich, was seine vielen Vorstrafen bis 2002 bewiesen. Deswegen sei er entsetzt gewesen, als sein Sohn mit dem Konsum von Marihuana begann. Seine Frau habe es zuerst bemerkt. Weihnachten 2010 sei es dem Sohn schlecht gegangen, weil er minderwertige Ware geraucht habe. Daraufhin besorgte der Vater ihm hinterm Hauptbahnhof in Münster Stoff: „Wir hatten immer etwas zu Hause und haben halb Borghorst versorgt“, sagte er gestern.

Sein Sohn versicherte dem Richter: „Ich habe geraucht, aber nie etwas verkauft.“ Das Gericht folgte mit dem Urteil des Vaters dem Antrag des Staatsanwaltes. Dieser kreidete dem Mann den „sorglosen und gesetzeswidrigen Umgang mit Betäubungsmitteln“ an. Auch der Richter sprach ernst gemeinte Worte: „Ihre Denkweise ist nicht akzeptabel und deswegen gehen Sie ins Gefängnis.“ Zudem muss der 48-jährige Vater dem Staat 12 000 Euro von den Einnahmen aus dem Drogenverkauf überweisen.

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