Fachkräfte sind unverzichtbar
SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer beim Vereine Mobilé zu Gast

steinfurt/Kreis Steinfurt -

Derzeit sind 1,3 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt. Bis 2025 soll sich ihre Zahl noch verdoppeln, stellt das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in seinem Demenz-Report 2011 fest. „Wie gehen wir mit den Betroffenen um?“ Eine Antwort auf diese Frage sind Wohngemeinschaften (WG) für dementiell erkrankte Menschen.

Sonntag, 16.09.2012, 09:09 Uhr

Der Verein Mobilé in Steinfurt , der sich Begleitung, Unterstützung und Pflege von älteren, behinderten und kranken Menschen verschrieben hat, hat mit einer Wohngemeinschaft für zehn dementiell erkrankte Menschen ein Zuhause geschaffen, das es den Betroffenen ermöglicht, ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Leben zu führen. Bei Mobilé machte jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer auf ihrer Sommertour zum Thema „Pflege“ halt. Begleitet wurde sie dabei von den SPD-Kommunalpolitikern Klaus Meiers und Marie-Luise Biesterfeld. Ingeborg Rowedda, Geschäftsführerin bei Mobilé, zeigte den Gästen die WG, die in der Wohnanlage für betreutes Wohnen integriert ist. Im Gemeinschaftsraum schaffen immer wiederkehrende Abläufe Gewohnheiten und Vertrauen, die besonders für Demenzkranke wichtig sind. Eigene kleine und  Barriere arme Wohnungen ermöglichen trotzdem ein privates Rückzugsgebiet. Ein angegliedertes Gästezimmer steht Angehörigen kostengünstig zur Verfügung. „Für Familienfeierlichkeiten werden auch immer wieder gerne die Gemeinschaftsräume genutzt“, freut sich Ingeborg Rowedda über die rege Teilnahme der Familien der Betroffenen. Überhaupt kann die Geschäftsführerin nur die gute Zusammenarbeit mit den Angehörigen aber auch ehrenamtlich Tätigen loben. „Ohne Familie und Ehrenamt geht es bei uns einfach nicht“, stellte Rowedda fest. Nachdem die Familien lange ihre erkrankten Angehörigen selbst versorgen möchten, kommt dann doch der Zeitpunkt, wo es nicht mehr geht“, machte Rowedda deutlich. Häufig kennen die Angehörigen Mobilé schon recht gut, da sie bereits die Tagespflege und die ambulante Versorgung in Anspruch genommen haben. Ein positiver Aspekt für die Familien, um sich ihre Entscheidung leichter zu machen. Unverzichtbar für die gute Betreuung der Demenzkranken seien gut ausgebildete Fachkräfte . Diese stellen nicht nur feste Bezugspartner für die Erkrankten, sondern Ansprechpartner für Ärzte, Pflege und Angehörige dar, betonte die Geschäftsführerin. Einig war sich die Runde, dass die Aussage von Bundesministerin Ursula von der Leyen, man könne Langzeitarbeitslose zu Pflegekräften oder Erziehern zu machen, ein Schlag ins Gesicht der qualifizierten Fachkräfte ist. „Die Arbeit im Pflegebereich erfordert neben umfangreichen Fachkenntnissen einen oft sehr engen persönlichen Kontakt mit den erkrankten Menschen, dafür ist nicht jeder geeignet“, verdeutlichte Arndt-Brauer.

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