Hauptausschuss stimmt für Umbenennung der Castelle-, Stehr- und Karl-Wagenfeld-Straße
Am Eisenwerk, Ringelnatz, Lindesay

Burgsteinfurt -

Nur die FWS blieb stur, oder „populistisch“, wie GAL-Sprecher Christian Franke schimpfte. Ansonsten herrschte im Hauptausschuss über alle Fraktionen hinweg Einigkeit darüber, dass die Namen Wagenfeld, Stehr und Castelle aus dem Stadtbild verschwinden sollen – ohne Wenn und Aber.

Donnerstag, 13.09.2012, 19:09 Uhr

Enthaltungen zählen nicht, aber sie können viel erzählen: Wie die der FWS, die sich der Stimme enthielt und sich partout nicht dazu durchringen konnte, die drei Straßennamen zu ändern. Ohne Wenn und Aber, wie alle anderen Fraktionen im Hauptausschuss das gestern einstimmig und mit besonderem Nachdruck beschlossen haben.

Aus der Stehrstraße soll die Ringelnatzstraße werden, die Castellestraße wird umbenannt in Am Eisenwerk , und die Karl-Wagenfeld-Straße wird künftig Lindesaystraße heißen in Erinnerung an den ehemaligen britischen Stadtkommandanten Lt. Col. J.H.C. Lindesay, der bemüht war, dem ehemaligen Kriegsgegner nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands nicht als Feind, sondern mit Respekt zu begegnen. Auf eigenen Wunsch wurde er 1955 in Burgsteinfurt begraben.

Angesichts der Erkenntnisse, die man jetzt über Castelle, Stehr und Wagenfeld habe, könne man nicht anders, als ihnen die Ehre zu entziehen, sagte Hans-Dieter Makus (SPD), „Ehre, wem Ehre gebührt“, meinet Doris Gremplinski, „und diesen Dreien gebührt sie nicht.“

Schon vor der gestrigen Hauptausschusssitzung hatten sich die Fraktionen auf die drei Namen geeinigt und besonderen Wert darauf gelegt, diesen Wunsch einstimmig zu bekräftigen. Umso mehr Kopfschütteln erntete FWS-Vorsitzender Dr. Reinhold Dankel für seine Diskussionsbeiträge: Erst rechnete er dem Ausschuss vor, dass die Umbenennung Kosten in Höhe von 16 561,81 Euro verursachen würden, um dann den Antrag zu stellen, die Bürger zu fragen.

Der wurde einmütig abgeschmettert. Mehr noch: GAL-Sprecher Christian Franke bezeichnete Dankels Ansinnen als „ganz, ganz, ganz billigen Populismus“, eine Äußerung, die mit Applaus beklatscht wurde.

Einer Lösung mit Zusatzschildchen erteilte der Ausschuss ohne große Diskussion eine Absage; gar nicht in Frage komme eine Mogellösung, wie sie beispielsweise Laer und Emsdetten vorgezogen hat: Dort wurde aus der Wagenfeldstraße die Wagenfeldstraße – im Geiste wurde dabei Karl gegen den Insdustriedesigner Wilhelm ausgetauscht.

Das letzte Wort in dieser Causa hat der Rat, der am 27. September tagt.

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