Die Skepsis wächst
Planungsausschuss vertagt Entscheidung zur BWS-Erweiterung

Borghorst -

Überzeugen konnte Wilhelm Herbers die Politiker noch nicht von seinem Vorhaben. Eher im Gegenteil. Nach seinem Auftritt im Planungsausschuss war die Skepsis gegenüber den Ausbauplänen für das BWS-Center sogar noch größer. Der Besitzer des Einkaufszentrums aus Ahaus hatte erklärt, dass für das 1250 Quadratmeter große Ladenlokal, das gegenüber dem Aldi geplant ist, auch eine Aufteilung in mehrere kleine Geschäfte denkbar sei. Bei der Präsentation der Pläne im September war noch von einem Mieter die Rede gewesen. Entscheiden pro oder contra Erweiterung mochten sich die Ausschussmitglieder noch nicht. Vertagung und erneute Beratung in den Fraktionen. Unverrichteter Dinge musste Investor Wilhelm Herbers von dannen ziehen.

Mittwoch, 07.11.2012, 11:11 Uhr

In seinem Vortrag hatte der Ahauser Unternehmer betont, dass es ihm nicht um die schnelle Mark gehe. „Ich bin an einer langfristigen Erschließung interessiert“, betonte der BWS-Eigner. Darum sei auch in dem zweiten Neubau gegenüber dem ABC-Schuhmarkt eine Art Gesundheitszentrum geplant mit Fitness-Einrichtungen und Praxen. „Mit einem anderen Besatz wären höhere Einnahmen zu erzielen“, so Herbers . Er betonte, dass er erst in ernsthafte Verhandlung mit potenziellen Mietern einsteigen könne, wenn die Politik die Marschrichtung vorgegeben habe. „Anfragen hat es aber schon viele gegeben. Der Bedarf reicht dabei von 100 bis 2000 Quadratmeter“, so Herbers. Alle Fraktionen sehen große Gefahren für die Borghorster Innenstadt, wenn in dem geplanten großen Geschäftsbau mehrere kleine Geschäfte untergebracht werden. „Wir stehen in einem Zwiespalt. Vom Prinzip ist das Projekt sehr wünschenswert, allerdings nur wenn der Neubau großflächig vermietet wird“, so Norbert Kerkhoff für die CDU-Fraktion. Sozialdemokrat Rainer Abeling warnte davor, durch die Beseitigung der Bauruinen am Einkaufszentrum Abrisshäuser in der Innenstadt zu schaffen. Gebhard Niehues für die GAL sekundierte: „Wir dürfen die Innenstadt nicht ganz tot machen.“ Man müsse ihr Zeit geben, sich von den jüngsten Veränderungen zu erholen. FWS-Vorsitzender Reinhard Froning wetterte, man dürfe die Innenstadt nicht noch weiter kaputtmachen. Bei der Vorstellung der Pläne im September hatte er noch gesagt: „Wir sind heilfroh, dass es so kommen soll. Wer damals zum Bau A gesagt habe, müsse jetzt auch B sagen. Am Vortag hatte eine Abordnung der Werbegemeinschaft den Gang durch die Fraktionssitzungen gemacht und die großen Bedenken der Kaufmannschaft gegen die Erweiterung vorgetragen. Sie befürchtet ein weiteres Ausbluten der Innenstadt, wenn sich auf dem BWS-Gelände weitere Geschäfte ansiedeln. Ausschussvorsitzender Hans-Dieter Makus äußerte Verständnis für die Bedenken, merkte aber an: „Die Werbegemeinschaft muss aber auch selbst helfen.“

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