„Kunst meets Jugend“ mit Baustellenwalze und Farben
Goldstraße unter Kunstdruck

Burgsteinfurt -

Die Jugendwerkstatt der Evangelischen Jugendhilfe hat am Freitag mit einer außergewöhnlichen Kunstaktion auf sich aufmerksam gemacht. Mit einer Baustellenwalze wurde das Profil der alten Goldstraße auf Büttenpapier gedruckt.

Freitag, 23.11.2012, 18:11 Uhr

„Kunst meets Jugend“ mit Baustellenwalze und Farben : Goldstraße unter Kunstdruck
Ruppe Koselleck (l.) und Susanne von Bülow (r.) beobachten, wie die 900 Kilogramm schwere Planierwalze zur Druckmaschine wird und über das Büttenpapier auf der Goldstraße rollt. Foto: Drunkenmölle

Kreative Menschen sind auch im Beruf erfolgreicher, weshalb die Aktion „Jugend meets Kunst“ fester Bestandteil des Konzepts der Steinfurter Jugendwerkstatt der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland mit dem Ziel ist, beeinträchtigten und sozial benachteiligten jungen Leuten Wege aufzuzeigen, wie sie durch die Beschäftigung mit Kunst mehr Selbstvertrauen gewinnen, ihre Persönlichkeit stärken und individuelle Probleme lösen können.

Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck waren gestern Mittag aus Münster in die Möbelwerkstatt an der Goldstraße nach Burgsteinfurt gekommen, um sich mit den 16 Teilnehmern der vom Land geförderten beruflichen Bildungsmaßnahme darüber auseinanderzusetzen, was Kunst im Alltag ganz konkret bedeuten und bewirken kann. Farben und Pigmente wurde auf die Fahrbahn aufgetragen und mit einer 900-Kilogramm-Planierwalze der benachbarten Baustelle ein Abbild von Kanaldeckeln und Rissen der ramponierten alten Fahrbahn auf schwerem Büttenpapier geschaffen – ein charakteristisches Porträt des Grund und Bodens, das es nach der Straßensanierung so nicht noch einmal geben wird.

Peter Kücking , Leiter der Jugendwerkstatt, hatte das Künstlerduo für diese außergewöhnliche Kunstaktion gewonnen, das vergleichbare Aktionen auch an anderen Orten anbietet: „Ihr Grund und Boden ist unser Profil.“

Das Besondere: Nicht der Künstler, sondern die Lage macht den Preis, der sich auch der aktuellen und landesüblichen Bodenrichtwertkarte ergibt. Ein Quadratmeter aus einem mäßig erschlossenen Gewerbegebiet weist eine andere Wertigkeit auf, als ein Stück Bütten von der „Kö“ in Düsseldorf oder der Camps Élysée in Paris. „Auf der Brückenstraße In Bochum“, so gab Koselleck ein Beispiel, „können dafür schon einmal 1200 Euro fällig werden.“ In Burgsteinfurt kostet der Quadratmeter dafür lediglich 90 Euro.

Dieses Geld war die Jugendhilfe gerne bereit, zu bezahlen. Ein Druck wird zukünftig zur Erinnerung an die Aktion in der Kunsthalle hängen. „Er ist auch ein Symbol für den Wandel der sich nicht nur während der Bauarbeiten auf der Goldstraße, sondern auch mit dem Umbruch in der Jugendwerkstatt und der Möbelbörse vollzieht“, fügt Kücking mit Blick auf strukturelle Veränderungen innerhalb der pädagogischen Einrichtung an.

Doch damit nicht genug. Kücking kündigte an, dass dieses Treffen der Auftakt zur einer Reihe weitere Aktionen von „Jugend meets Kunst“ sein wird. Als nächstes folgt ein Multimedia-Projekt, um auch auf diesem Gebiet zu vermitteln, wie wichtig nicht nur Schlüsselqualifikationen, sondern auch kreative Fähigkeiten sind, im späteren Berufs- und Familienleben voranzukommen. | www.tfiftytwo.de

| www.ev.jugendhilfe.de

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