Prof. Dr. Michaela Brohm will motivieren
„Das Ich der Schüler stärken“

Borghorst/Trier -

Michaela Brohm weiß, wie es ist, wenn Schülern die Lust zum Lernen fehlt. Oder anders ausgedrückt: Sie keinen Bock aufs Pauken haben. Zehn Jahre lang war die gebürtige Borghorsterin an einem Gymnasium in Landau/Pfalz, hat Musik und Geschichte unterrichtet. Nach ihrer Promotion ist die 50-Jährige seit Oktober 2007 Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik im Fach Bildungswissenschaften an der Universität Trier. Ihre eigenen Erfahrungen hat sie im Frühjahr in einem Buch veröffentlicht.

Mittwoch, 09.01.2013, 11:01 Uhr

Michaela Brohm weiß, wie es ist, wenn Schülern die Lust zum Lernen fehlt. Oder anders ausgedrückt: Sie keinen Bock aufs Pauken haben. Zehn Jahre lang war die gebürtige Borghorsterin an einem Gymnasium in Landau / Pfalz , hat Musik und Geschichte unterrichtet. Nach ihrer Promotion ist die 50-Jährige seit Oktober 2007 Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik im Fach Bildungswissenschaften an der Universität Trier . Ihre eigenen Erfahrungen hat sie im Frühjahr in einem Buch veröffentlicht. Anders als bei wissenschaftlichen Publikationen bekommt Michaela Brohm auf diesen Praxisband viele Rückmeldungen von ehemaligen Lehrerkollegen: „Darüber bin ich ganz glücklich“, verrät sie.

Wie Schüler ermutigt werden können, sich für den Unterricht zu begeistern, dieses Thema liegt der Professorin lange schon am Herzen: „Jeder Lehrer kennt das Problem, spätestens ab der sechsten Klasse.“

In ihrem Buch gibt Michaela Brohm Tipps, wie Lehrer die Motivation von (pubertierenden) Schülern verbessern können – vor allem, in dem sie die oft negative Selbsteinschätzung der Jugendlichen aufbrechen und ihnen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermitteln, sagt die Expertin: „Wir müssen das Ich stärken, dann klappt es auch mit der Motivation“, bringt es Michaela Brohm auf den Punkt.

Außerdem rät sie ihren ehemaligen Lehrerkollegen, ruhig enthusiastisch in der Klasse zu sein. Steuern lässt sich das über eine ausgeprägte Gestik, ständigen Blickkontakt, die Intonation, den Standortwechsel im Raum, lebendige Beispiele: „Und lustig sollte es auch mal sein“, findet die Professorin. Sie ist überzeugt, dass sich das richtige Vorgehen der Lehrer für die Schüler auszahlt. Oft sogar in besseren Noten.

Doch nicht nur das Motivieren ist häufig schwierig. Auch an der notwendigen Disziplin mangelt es nicht selten in der Schule, sagt die Trierer Professorin: „Beides hängt eng zusammen.“ Wenn Unterricht den Jugendlichen Freude macht, gebe es meist weniger Disziplinprobleme.

Nach dem Erscheinen ihres Buches „Motivation lernen“ wird Michaela Brohm immer wieder zu Vorträgen eingeladen. Viele Lehrer sind neugierig auf ihre Methoden, wollen mehr darüber wissen, sie persönlich kennenlernen. Gerne würde die Professorin auch ins Borghorster Gymnasium kommen, dorthin, wo sie selbst vor Jahren das Abitur gemacht hat.

Kontakte zu ihrer alten Schule gibt es bereits. Viele Jahre hat das Gymnasium am Trainingsprogramm „Meisterwerker“ teilgenommen, das, betreut von Michaela Brohm und ihren Studenten, personale und soziale Kompetenzen von Schülern steigern soll. Vielleicht schaut die erfolgreiche Pädagogin ja bald mit ihren Motivationsmethoden vorbei.

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