Steinfurter Stadtarchiv als außerschulischer Unterrichtsraum
Lernort und Labor

Steinfurt -

Stadtarchivar Daniel Schulte bietet Lehrer und Schülern an, das Stadtarchiv als Lernort zu nutzen. Schon für Grundschüler könnten Angebote gemacht werden.

Dienstag, 26.03.2013, 08:03 Uhr

Stadtarchivar Daniel Schulte wirbt für das Stadtarchiv als außerschulischen Lernort. In der vergangenen Woche haben sich Lehrer der Fachschaft Geschichte der Realschule Borghorst über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit informiert.
Stadtarchivar Daniel Schulte wirbt für das Stadtarchiv als außerschulischen Lernort. In der vergangenen Woche haben sich Lehrer der Fachschaft Geschichte der Realschule Borghorst über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit informiert. Foto: Drunkenmölle

Was hat der olle Fritz mit Stemmert zu tun? Wo hat Napoleon seine Spuren hinterlassen? Welche Verbindungen gibt es zwischen Königin Beatrix und Fürst Christian? Und worum geht’s um Himmels Willen eigentlich im jahrhundertealten Zwist zwischen Katholen und Evangelen? Geschichte, zumal die, die sich unmittelbar vor der eigenen Haustür abgespielt hat, kann doch so spannend und greifbar nah. So spannend, dass Daniel Schulte sich mittlerweile intensiv darum bemüht, insbesondere Schüler neugierig auf das zu machen, wer sie sind, woher sie kommen und wo ihre Wurzeln liegen.

„Schüler ins Archiv“ hat sich der Steinfurter Stadtarchivar auf die Fahnen geschrieben, um diese städtische Einrichtung und ihre Möglichkeiten als Lernort außerhalb der Schule noch populärer zu machen.

„Archive sind die maßgeblichen Geschichtsbildner unserer Gesellschaft“, sagt Schulte. Er lädt Lehrer und Schüler ein, den Stoff, aus dem Geschichte wird, unmittelbar an den historischen Quellen zu erforschen, zu begreifen und sich auf eine detektivische Spurensuche zu machen, in Akten zu stöbern, Fotos zu sichten, Karten und Urkunden zu studieren.

Bereits von der Grundschule an, so Schulte, lassen die Lehrpläne der unterschiedlichen Schulstufen Raum für eine Zusammenarbeit von Schule und Archiv, etwa dadurch, dass der kritische Umgang mit verschiedenen Medien gelernt wird. Schulte: „Generell gilt, dass man kaum zu jung für einen Archivbesuch sein kann.“

Sach-, Handlungs-, Methoden- und Urteilskompetenz, das alles, so Schulte weiter, kann auch der Lernort Archiv vermitteln. Dazu biete das Stadtarchiv vielfältige Möglichkeiten, die, so Schulte, nicht zwangsläufig nur im Fach Geschichte denkbar ist. Vergleiche von Vergangenheit und Gegenwart lassen sich sogar in naturwissenschaftlichen Fächern anstellen. Im Fach Deutsch könnten beispielsweise historische Zeitungen gelesen, in Politik und Sozialkunde Wahlunterlagen, Plakate und Statistiken ausgewertet, in der Erdkunde Fotos, Karten und Stadtansichten verglichen, in der Physik Baupläne von Maschinen erklärt, in der Religion die Judenverfolgung nachvollzogen oder in der Biologie Umweltgeschichte oder das Medizinalwesen aufgegriffen werden.

Schulte bietet so neben den allgemeinen auch themenbezogene Führungen (beispielsweise zum 1. Weltkrieg, zum Nationalsozialismus oder zur Industrialisierung), Unterstützung beim Lesen alter Schriften, beim Erstellen von Facharbeiten und sogar Unterrichtseinheiten, Bildungspartnerschaften, Schülerpraktika und Projektarbeiten zur lokalen Geschichte an. Schulte: „So wird die Stadt Steinfurt zum Labor.“

Wer Interesse an einer Zusammenarbeit hat, erreicht Daniel Schulte im Stadtarchiv, An der Hohen Schule 13, unter Telefon 0 25 51/91 97 42, oder per E-Mail an schulte@stadt-steinfurt.de. Das Stadtarchiv ist dienstags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie dienstags von 14 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

»Archive sind die maßgeblichen Geschichtsbildner unserer Gesellschaft.«

Daniel Schulte

»Generell gilt, dass man kaum zu jung für einen Archivbesuch sein kann.«

Daniel Schulte
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