Neues Mobil soll auf Festen und Märkten Einblicke in moderne Tierhaltung gewähren
Der rollende Schweinestall

Kreis Steinfurt -

Schweine, die für den Verzehr bestimmt sind, führen auch ein Leben vor der Pfanne. Wie das aussieht, darüber klärt das neue Schweinemobil auf.

Dienstag, 02.04.2013, 16:04 Uhr

In diesem Stall fühlen sich nicht nur Rüsselträger aus Plastik wohl, sondern auch welche aus Fleisch und Blut. Mit dem Schweinemobil will Thomas Ostendorf den Menschen die moderne Art der Tierhaltung veranschaulichen.
In diesem Stall fühlen sich nicht nur Rüsselträger aus Plastik wohl, sondern auch welche aus Fleisch und Blut. Mit dem Schweinemobil will Thomas Ostendorf den Menschen die moderne Art der Tierhaltung veranschaulichen. Foto: Heidrun Riese

Wie lebt das Schwein, bevor es zum Schnitzel wird? Eine Frage, die sich viele Verbraucher stellen. Die Antwort gibt das Schweinemobil des Verbands deutscher Schweinezüchter – ein rollender Mini-Stall, mit dem der Kreisverband Steinfurt des Westfälisch-Lippischen Landschaftsverbandes (WLV) auf Festen und Märkten über moderne Tierhaltung informieren möchte.

Das Schweinemobil, das im Januar im Rahmen der „Grünen Woche“ in Berlin seine Premiere feierte und das bundesweit einmalig ist, soll Aufklärungsarbeit leisten. „Es ist Teil unserer Transparenzoffensive“, erklärt Marlies Grüter , Pressereferentin des WLV-Kreisverbandes.

Dazu gehört auch der „Lernort Bauernhof“, der Gruppen aus Schulen, Kindergärten, Vereinen, Verbänden und Clubs Blicke hinter die Stalltüren gewährt. Die Stallbesuche, die durch die Hygienevorschriften auch immer mit einigen Auflagen verbunden sind, reichen aber heutzutage nicht mehr aus, weiß der Ochtruper Schweinebauer Thomas Ostendorf , auf dessen Betrieb das Schweinemobil auf seine ersten Termine im Kreis Steinfurt wartet. „Die Leute sind leider zu weit weg“, stellt der Vorsitzende des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit des WLV-Kreisverbandes, der auch Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes in Ochtrup ist, immer wieder fest. Deshalb findet er auch so großen Gefallen daran, dass mit dem Schweinemobil nun auch der Schweinestall zu den Menschen kommen kann.

„In Kooperation mit den Landwirtschaftlichen Ortsverbänden“, betont Grüter, die den rollenden Stall verwaltet. „Damit auch jemand vor Ort ist, der alles erklären kann.“ Zum Beispiel, was das Mobilée im Schweinestall zu suchen hat. „Schweine sind sehr verspielt“, informiert Ostendorf und weist darauf hin, dass das Schweinemobil als Stall voll funktionstüchtig ist. „Mit Futterautomat, Lüftung, Heizung und Spielzeug – eben allem, was dazu gehört.“ Daher müssen es auch nicht unbedingt Plastikschweine sein, die das Schweinemobil bevölkern. Auch lebendige Tiere fühlen sich dort im wahrsten Sinne des Wortes sauwohl.

Ostendorf will Interessierten aber nicht nur mit Stallbesuchen und Schweinemobil Einblicke gewähren. An der Einfahrt zu seinem Hof in der Bauerschaft Wester, der auf der 100-Schlösser-Radroute liegt, hat er zum Beispiel eine Tafel angebracht. Die enthält neben allerlei Informationen über Schweine auch einen Quellcode. Scannt man den mit seinem Smartphone ab, kommt man auf die Internetseite des Landwirts, auf der auch Fotos aus dem Schweinestall zu finden sind. Einen spontanen Blick hineinwerfen, auch das sollen Passanten bald können. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Einsichten in die Tierhaltung“ will Ostendorf ein Fenster einbauen, durch das alle Neugierigen einen Blick darauf werfen können, wie Schweine leben, bevor sie auf dem Teller landen.

Wer sich für das Schweinemobil interessiert und es für ein Fest oder einen Markt ausleihen möchte, kann sich an Marlies Grüter, Telefon 0 25 74/93 92 55, wenden.

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