Wie es Heiner in Berlin ergeht/Heinrich von der Haar liest aus seinem zweiten Buch „Der Idealist“
Ein Blues aus Heimweh und verlorener Liebe

Steinfurt -

Den jungen Erwachsenen Heiner, dessen Kindheit Heinrich von der Haar in seinem preisgekrönten Roman „Mein Himmel brennt“ erzählte, zieht es fort vom brutalen Vater und der Enge des erzkatholischen Dorfes. Als er sich ins West-Berlin der 1970er-Jahre aufmacht, gerät er mitten in die Studentenrevolte.

Mittwoch, 17.04.2013, 14:04 Uhr

Zu einer abendlichen Lesung laden Stadtbücherei und Kunstverein zum 25. April (Donnerstag) ins Weinhaus ein. Ab 19.30 Uhr liest Heinrich von der Haar aus seinem Buch „Der Idealist“. Bereits vor drei Jahren hatte der Autor seinen ersten autobiografisch gefärbten Roman erfolgreich in Steinfurt vorgestellt.

Den jungen Erwachsenen Heiner, dessen Kindheit Heinrich von der Haar in seinem Roman „Mein Himmel brennt“ erzählte, zieht es fort vom brutalen Vater und der Enge des erzkatholischen Dorfes. Als er sich ins West-Berlin der 1970er-Jahre aufmacht, gerät er mitten in die Studentenrevolte.

In einer Kreuzberger WG trifft der bodenständige Provinzler auf die Hippiefrau Wiltrud, eine Pfarrerstochter, bei der er emotionale Wärme findet, und auf die distanzierte, aber auch anziehende Fabrikantentochter Lisa, die eine Uni-Karriere anstrebt, sowie auf den kiffenden, fahnenflüchtigen GI Justin und den spöttelnden Kommunisten Klaus.

Nur Demonstrieren, Plakatieren und Sprayen sind nicht sein Weg – das erkennt Heiner bald. Im Gegensatz zu Justin, der auf Gewalt setzt, und zu Wiltrud, die von einer Öko-Landkommune träumt, brennt der Soziologie-Student, der Kinderarbeit am eigenen Leib erfahren musste, darauf, die Ursachen der Ausbeutung zu begreifen und bekämpfen.

Aber die Schatten der Vergangenheit holen ihn ein – die Gewalt, die ihm angetan wurde, und alte Schuldgefühle. Für seine einstige Heimat empfindet er noch Hassliebe und hadert damit, als schwarzes Schaf vom Vater verdammt zu sein. Umso mehr engagiert er sich für Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Seine Hoffnungen setzt Heiner auf die nächste Generation, die selbstbewusster und selbstverantwortlicher leben soll.

Eintrittskarten zu fünf (ermäßigt drei) Euro gibt es in der Stadtbücherei, Telefon 0 25 51/78 02, oder an der Abendkasse.

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