Star-Comedian Überraschungsgast beim Flugtag für krebskranke Kinder
Atze schickt der Himmel

Borghorst -

Atze Schröder war natürlich der Überraschungsgast des Nachmittags. Aber die kostenlosen Rundflüge über Borghorst waren für die 40 krebskranken Kinder wohl noch eindrucksvoller. Schon zum zehnten Mal organisiert Friedhelm Posner die Veranstaltung für die Patienten der münsterischen Kinderonkologie.

Donnerstag, 06.06.2013, 17:06 Uhr

Der Überraschungsgast macht es spannend. Zwei Runden dreht das einmotorige Sportflugzeug über dem Flugplatz, ehe es zur Landung ansetzt. Als die blau-weiße Beechcraft Bonanza mit dröhnendem Propeller langsam Richtung Hangar rollt, winkt schon ein Arm aus dem Seitenfenster. Kaum hat Pilot Kalle Schröder den Motor abgestellt, springt der hibbelige Copilot aus der Maschine. „Wo ist das Zentrum der Macht?“ Begrüßungskomitee Friedhelm Posner deutet Richtung Vereinsheim: „Dort wo die Kinder sind.“ Und die erkennen den Mann in Jeans und blauem T-Shirt natürlich sofort. Lockenperücke und goldene Proll-Brille. Atze Schröder .

„Ich habe Mallorca einen Tag früher abgebrochen, um hier zu sein“, erzählt der Star-Comedian, ehe er sich die große Absperr-Pylone schnappt und kurzerhand zur Flüstertüte umfunktioniert: „Alle Kinder hierher kommen.“ Die lassen sich nicht zweimal bitten – zum Fotoshooting und zur Fragestunde.

Atze Schröder ist zweifellos der Stargast des Nachmittags, der Vorsitzende der Luftsportgemeinschaft Steinfurt, Karl Heidler, betont aber: „Im Mittelpunkt stehen hier die Kinder.“ Sie sind allesamt Patienten der münsterischen Kinderonkologie . Schon zum zehnten Mal hat Friedhelm Posner als Initiator der Aktion die schwer kranken Jungen und Mädchen nach Füchten eingeladen. Bei den kostenlosen Rundflügen mit den Motorseglern und Sportmaschinen sollen sie zumindest für einen Nachmittag den Klinikalltag vergessen.

Zum runden Geburtstag haben sich die Luftsportler natürlich besonders ins Zeug gelegt. Kalle Schröder hat seinen Namensvetter Atze nach Borghorst gelotst. Der Comedian liegt regelmäßig bei ihm in Emsdetten auf der Pritsche, um sich den Rücken geradebiegen zu lassen. Die Fallschirmspringer aus Rheine sind da. Sponsoren haben sechs Tandemsprünge für die Jugendlichen möglich gemacht. Aus 4000 Metern Höhe fallen die beiden 17-jährigen Lukas und Gregor in die Tiefe. „Einfach nur geil. Besonders der freie Fall“, berichtet Lukas nach seinem Sprung. Wie lange es gedauert hat, bis sein Fallschirmlehrer den Schirm geöffnet hat? „Keine Ahnung, das bekommst Du da oben echt nicht mit.“

Torben Kundoch war der erste, der am frühen Nachmittag in die gelbe „Kitty“ steigen durfte, einer der Motorsegler des Vereins. Der 14-Jährige war schon im vergangenen Jahr dabei. Dieses Mal muss er im Rollstuhl sitzen. Er ist bis auf 24 Kilo abgemagert. Die Ärzte haben ihn von der Liste für eine Lungentransplantation genommen. „Er ist dafür zu schwach“, erzählt Vater Martin. Torben verträgt die Nahrung nicht mehr, die er schon seit zwei Jahren über eine Magensonde zu sich nimmt. „Jetzt kommt es drauf an“, weiß der Vater. Was ihn optimistisch stimmt: „Torben lässt sich nicht unterkriegen.“ Auch wenn der Kampf schon seit vier Jahren dauert.

40 Kinder mit ihren Eltern sind an diesem Nachmittag auf dem Flugplatz. Für Organisator Friedhelm Posner der beste Ansporn, auch im kommenden Jahr wieder für dieses Highlight zu sorgen. „Die Arbeit lohnt sich.“

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