Alternative Energiegewinnung
Bauern stimmen gegen Fracking

KREIS STEINFURT/HERBERN -

In Nordwalde hatte die Firma Exxon Mobil geplant, ein Gasvorkommen durch Fracking zu erschließen. Doch in der Bevölkerung formierte sich Protest. Die IG „Gegen Gasbohren” aus Nordwalde und die Gemeinde Saerbeck engagieren sich seitdem vehement dagegen. Sie stellen Fracking grundsätzlich in Frage (wir berichteten).

Freitag, 19.07.2013, 17:07 Uhr

Nun bekommen sie weitere Unterstützung. Die Bauern in Westfalen-Lippe, darunter auch Landwirte aus dem Kreis Steinfurt , lehnen die Durchführung von Gasbohrungen mit Hilfe des Fracking-Verfahrens per Resolution ab – bis auf weiteres. Sie sehen noch zu viele Fragen zu Risiken der in Deutschland weitgehend neuen Technologie nicht befriedigend beantwortet.

Dies ist das Ergebnis einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, die der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) mit Vertretern der Energiewirtschaft, der Wissenschaft, der Politik und Verwaltungen am Donnerstag in Herbern durchgeführt hat.

Nachdem der Energieversorger ExxonMobil angekündigt hatte, das „ Fracking “-Verfahren in den Kreisen Borken, Minden-Lübbecke, Steinfurt und Warendorf anwenden zu wollen, hatten sich Bauernfamilien aus den betroffenen Regionen zusammengefunden und eine intensivere Diskussion der neuen Fördertechnik gefordert.

„Wir haben keine Gewähr, dass die neue Technologie Fracking unsere Böden und das Trinkwasser nicht schädigt. Nur auf gesunden Böden und mit Hilfe von sauberem Wasser können wir weiter verlässlich hochwertige und sichere Nahrungsmittel erzeugen“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring .

Mit der „Fracking“-Methode der hydraulischen Frakturierung wird Gas, das in nicht durchlässigen Gesteinsschichten gebunden ist, mit Hilfe von Wasser und Chemikalien freigesetzt und an die Erdoberfläche gefördert. Mit dem Verfahren gibt es im hiesigen Kohleflöz- und Schiefergestein kaum Erfahrungen. Dagegen wird es vor allem in den USA seit geraumer Zeit in großem Umfang eingesetzt.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband fordert in seiner Resolution Bund und Länder auf, die Erschließung von unkonventionellen Erdgasvorkommen mit Hilfe des „Fracking“-Verfahrens nicht zuzulassen. Fast alle Besucher der Podiumsdiskussion unterschrieben die Resolution.

Professorin Heidi Foth vom Sachverständigenrat erläuterte, dass Fracking keinen relevanten Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie habe. Schiefergas entlaste die Klimabilanz nicht. Es werde auch nicht benötigt, um die Versorgung zu gewährleisten. Foth sorge sich auch um potenzielle Lecks. Die Wissenschaftlerin forderte umfangreiche Tests ein..

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