Gesellen-Freisprechung im Bürgerhaus Ibbenbüren
Handwerk - Die nächste Generation

KREIS STEINFURT -

Sie haben eifrig gebüffelt und sind hoch motiviert. Die frisch gebackenen Gesellen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf sind nicht nur für CDU-Landtagsfraktionschef Karl-Josef Laumann wichtige Hoffnungsträger in Sachen Handwerk und Existenzgründung.

Freitag, 26.07.2013, 16:07 Uhr

Das Handwerk im Kreis Steinfurt hat nicht nur goldenen Boden, sondern 362 neue, engagierte Fachleute, die sich anschicken auf ihm Karriere zu machen. Die jungen Frauen und Männer aus 28 Berufen haben in den vergangenen Wochen ihre Prüfungen bestanden, 18 mit sehr guten und guten Noten.

Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink sprach die neuen Gesellen am Donnerstag von ihren Lehrverhältnissen im Bürgerhaus Ibbenbüren frei und veranschaulichte anhand der vielfältigen Abschlüsse und Top-Noten die Qualität des Handwerks.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag NRW, Karl-Josef Laumann , hielt in seiner launigen Festrede ein Plädoyer auf die deutsche Handwerksordnung und die Duale Ausbildung in Betrieb und Schule. Die deutsche Handwerksordnung mit Meisterausbildung ist für ihn ein wesentliches Ordnungselement in einem freien Markt. Deutschland habe sich in der EU bislang erfolgreich für den Meistertitel eingesetzt. Alle Berufe, in denen auf den Meister verzichtet wurde, hätten sich nicht so entwickelt, wie das erwartet worden war. Zum Ordnungsrahmen gehören für den ehemaligen Arbeitsminister Laumann aber auch die Tarifverträge.

Laumann ermutigte die neuen Gesellen, Botschafter der Dualen Ausbildung zu werden. Er sei dankbar dafür, dass Betriebe und Schulen diese Ausbildung anbieten. Akademische und handwerkliche Ausbildung seien gleich wichtig. Auch die Gesamtschulen müssten künftig junge Leute nicht nur auf akademische Laufbahnen vorbereiten, sondern gleichwohl auf die Duale Ausbildung. Denn handwerkliche Berufe hätten auch in einer veränderten Gesellschaft überall dort eine Perspektive, wo es auf Qualität ankommt. Außerdem würden sie mittlerweile ähnlich gut bezahlt wie akademische Berufe. „Lehre und Studium sind gleich wichtig.“

Schließlich bat Laumann die neuen Gesellen Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. „Erzählen sie anderen jungen Menschen, wie positiv es ihnen in ihrem Beruf gefällt und engagieren sie sich ehrenamtlich. Mischen sie sich ein, auch in die Politik!“ Die dürfe nicht den studierten Juristen überlassen werden. „Es ist eine Katastrophe, dass in der neuen CDU-Landtagsfraktion erstmals kein Handwerksmeister vertreten ist“.

Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink erinnerte an die Imagekampagne 2013 des Handwerks unter dem Motto „Zukunft kommt von Können“. Das Duale System der Berufsausbildung und die berufliche Weiterqualifizierung seien Trümpfe, mit denen Deutschland im internationalen Wettbewerb wuchern kann. Der beste Beweis dafür sei die in Deutschland sehr niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Sie blickte sorgenvoll nach Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit einen traurigen Rekord von 50 Prozent erreicht hat. Das Können, das die Zukunft sichern soll, müsse aber laufend aktuell gehalten werden; denn es sei keine Selbstverständlichkeit. Die Grundlage dafür bildeten ständig weiterentwickelte Ausbildungs- und Meisterprüfungsordnungen. Der Titel Handwerksmeister sei keine willkürliche Hürde für Existenzgründungen, sondern Qualitätsmerkmal und Gütesiegel, wichtig und notwendig, weil das Handwerk bei vielen aktuellen Herausforderungen eine Schlüsselrolle einnimmt. Dazu gehöre die Energiewende genauso wie der ökologische Umbau und die Anpassung an eine alternde Gesellschaft.

Stellvertretend für die Gesellen sprach Kraftfahrzeugmechatroniker Jan Berghegger: „Ohne Bildung, Ausbildung und Weiterbildung bleibt man auf der Strecke.“ Aber man dürfe trotz allen Lernens nicht vergessen, das Leben zu genießen.

Auch der stellvertretende Landrat Bernhard Hembrock, Ibbenbürens Bürgermeister Heinz Steingröver und der stellvertretende Superintendent Jörg Oberbeckmann gratulierten den Gesellen.

Alle Redner betonten abschließend, dass Handwerk auch Kontakt zu Menschen, bedeute, mit denen und für die man arbeitet. Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf zeichnet deshalb 2013 erstmals junge Handwerker aus dem Kreis Steinfurt aus, die sich beruflich oder privat sozial engagieren – als Kollege, im Verein in einem Ehrenamt oder in Privatinitiativen. Der Förderpreis Junges Handwerk honoriert in Kooperation mit der Kreissparkasse Steinfurt den Einsatz für das Füreinander und Miteinander auch mit einem Geldpreis.

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